Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1935)
- Article
- Anfänge jüdischer Schiffahrt
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 361 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Kopfschütteln erregt, als offenbar gerade von führenden Männern der zionistischen Bewegung in der letzten Zeit großer Wert auf die Betonung freundschaftlicher Beziehungen zur italienischen Schiffahrt gelegt worden ist, wogegen hier niemand etwas einwendet. Das kann und darf aber nicht ausschließen, daß von jüdischer Seite in dem von der Natur gezogenen sehr bescheidenen Rahmen die Möglichkeiten ausgenützt werden, die sich der Entwicklung einer jüdischen Schiffahrt bieten, und mit der Existenz dieser Bestrebungen wird man sich auf italienischer Seite abfinden müssen, ganz gleich, ob es für diesmal gelingt, die Anfänge jüdischer Schiffahrt wieder zu erdrücken oder nicht. Die Italiener dürfen ja auch nicht vergessen, daß sie bisher in der Behandlung gewisser wirtschaftlicher Seiten der ganzen Frage nicht sehr entgegenkommend waren. Kein italienisches Schiff kauft hier im Lande für die Verpflegung seiner Passagiere auch nur ein Ei. Die Anzahl der auf italienischen Schiffen beschäftigten Juden fällt gar nicht ins Gewicht und die Tatsache, daß einer der Kapitäne des Lloyd Triestino Jude ist, wird man zwar immer gerne konstatieren, aber ihre ökonomische Bedeutung ist ja immerhin ziemlich begrenzt. Nicht einmal im Lande selbst beschäftigen die italienischen Reisebüros Juden v in einer Anzahl, die auch nur erwähnenswert wäre. All das war geradezu eine sinnfällige Demonstration für die sozialökonomische Wichtigkeit jüdischer Schiffahrt, und wenn jetzt in Italien jüdische junge Leute in einer besonderen Schule für den Seedienst ausgebildet werden, so ist auch das dankenswert und zu begrüßen, aber man muß sich fragen, auf welchen Schiffen diese Menschen eigentlich später einmal beschäftigt werden sollen, wenn man die jetzige Personalpolitik des Lloyd Triestino auch nur oberflächlich kennt. Es ist sehr zu bedauern, daß die Anfänge jüdischer Schiffahrt im Zeichen einer so scharfen Bekämpfung von italienischer Seite stehen. Wir wollen hoffen, daß man sich auf der genannten Seite bei ruhigerer Überlegung der Dinge zu der Erkenntnis durchringen wird, daß das jüdische Volk in Palästina schließlich auch ein natürliches Recht auf die Ausnutzung der durch die palästinensische Küstenlage gegebenen natürlichen Möglichkeiten hat, ebenso wie alle anderen Küstenvölker der Welt. Jahresbericht des Landwirtschafts- Departements Soeben erschien der Jahresbericht des Direktors des Department of Agriculture and Forests, Mr. M. T. Dawe, für die Zeit vom 1. April 1933 bis 31. März 1934. Es ist dies ein Zeitraum, dessen Abschluß schon über ein Jahr zurückliegt. Es wäre zu wünschen, daß die Regierung die Berichterstattung nicht so lange hinausschiebt. Wie bekannt, wendet der Oberkommissär der Hebung der Landwirtschaft sein eifrigstes Interesse zu, allerdings mehr der rein agrikulturellen Fragen, indes die sozialen und finanziellen Probleme unter denen die Fellachen leiden, weit weniger rationell und durchgreifend behandelt werden. Der vorliegende Bericht, 271 Seiten im Großformat, dem zahlreiche Tabellen beigegeben sind, zeigt, wie sehr das Department in allen Zweigen des Faches bemüht ist, den Fortschritt der Landwirtschaft zu fördern, wenn auch das Ausgabenbudget von 114.833 £P bei einer Gesamtausgabe der Regierung in der Berichtszeit von 3 Millionen Pfund ein nicht nur absolut, sondern auch relativ sehr geringfügiges ist.