Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1935)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 332 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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skizze, sowie die vergleichenden graphischen Darstellungen der wichtigsten klimatischen Faktoren. An diese Besprechung seien einige grundsätzliche Bemerkungen angeknüpft, die sich dem Rezensenten aufdrängten, als er vor kurzem ein Separatum des dänischen Botanikers Raunkiär erhielt, in dem diese Arbeit und auch die früher erwähnte Arbeit Ei g's zitiert ist. Aus diesem Zitate, durch das — der großen Autorität Raunkiärs entsprechend — die Arbeit einem sehr weiten Kreise bekanntgegeben wird, ist, wie gar nicht anders zu erwarten, nirgends ersichtlich, daß es sich nicht um die Arbeit eines deutschen Autors handelt, um so weniger, als ja der Erscheinungsort Dresden ist. Nur die Schaffung eines eigenen wissenschaftlichen Zentralorganes, wie es in Heft 2 (1935) dieser Zeitschrift bereits angeregt worden ist, würde diesem Umstände abhelfen können und würde diese hohe Kulturleistungen unserer Forscher als jüdische Leistungen automatisch der Welt zum Bewußtsein bringen können. Gerade in der heutigen Zeit, da die schöpferische Kraft des jüdischen Geistes ständig diffamiert wird, ist es wohl einleuchtend, daß dieses in Gründung befindliche Organ nicht nur von allgemeinem und hohem wissenschaftlichen Wert, sondern auch von außerordentlichem moralischen Wert für das ganze jüdische Volk sein wird. Es ist zu hoffen, daß aus diesen Erwägungen heraus sich bald die genügende Zahl von Subskribenten finden wird, die durch den an sich geringen Abonnementbetrag die Herausgabe ermöglichen. Einzig und allein auf diese Weise kann solchen Arbeiten wie die eben besprochene jener Rahmen gegeben werden, der sie in ihrem Wert als Kulturleistungen im allgemeinen und zugleich auch in ihrem Wert für das jüdische Volk und für den Aufbau des Landes erst richtig zur Geltung kommen ließe. H. Bojko. (Diese Untersuchung ist auch deshalb von besonderem Interesse wegen der Pläne Herzls auf Kolonisation von El Arish. Die Expedition berichtete, daß ohne Beschaffung von Nilwasser eine Kolonisation nicht möglich wäre. [Siehe Bein »Theodor Herzl«, S. 598.] Es scheint nach den Untersuchungen von Zohary, daß sich heute die Schwierigkeiten teilweise überwinden ließen. — Die Red.) Die Europäisierung des Orients, von Dr. Hans Kohn, Schockenverlag, Berlin, 1934, S. 356. — Hans Kohns jüngstes Werk faßt die Ergebnisse seiner Forschungen auf dem Gebiete der neuesten Geschichte des Morgenlandes in den folgenden acht Kapiteln zusammen: 1. Der Raum, 2. Raum und Mensch in der Geschichte, 3. Der Mensch in der Gegenwart, 4. Strukturwandel, 5. Weltstraßen zu Wasser, Land und Luft, 6. Weltwirtschaftliche Verflechtungen, 7. Das weltpolitische Spannungsfeld, 8. Wege der Europäisierung. Das neue Buch zeigt die bekannten Vorzüge seines Verfassers: Umfassende Gelehrsamkeit, die Gabe, historischpolitische Zusammenhänge zu erkennen und in leicht faßlicher, oft glänzender Darstellung dem Leser vor Augen zu führen, die Berührungspunkte zwischen Vergangenheit und Gegenwart anregend herauszustellen. Der inhaltsreichen geographisch-geschichtlichen Einleitung folgt eine Kennzeichnung des heutigen, schon stark von Europa beeinflußten orientalischen Menschen. Das Wesen des Strukturwandels, der sich vor unseren Augen vollzieht, liegt in dem Zurückdrängen der religiösen Bindungen und in der Aufnahme der europäischen Technik. Diese wirkt umwälzend auf den Gebieten des Verkehrs und der Produktion, hat aber auch anderweitige Verflechtungen mit europäischen Interessen zur Folge, es sei nur an Baumwolle und Rohöl erinnert. Dazu kommt der große Einfluß, den das neue Rußland auf die erwachenden Völker des Morgenlandes ausübt.