Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1935)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 331 (sequence 2)
- Language
- German
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Es ist überaus erfreulich, daß die Arbeiten des unter der Leitung A. E i g's stehenden Institutes sich nicht nur an die engen Grenzen des eigenen Landes halten, sondern auch die Verhältnisse der Nachbarländer und des Orients überhaupt in die Forschungstätigkeit mit einbeziehen, wodurch nicht nur die allgemeine wissenschaftliche Bedeutung der Universität vergrößert wird, sondern auch und das ist sehr wesentlich — das Naturgeschehen im eigenen Lande vergleichend betrachtet werden kann. Es ist klar, daß derartige Arbeiten auf diese Weise auch zur Lösung der verschiedenen Probleme, die mit dem Aufbau in direkter Beziehung stehen, wichtige Beiträge liefern. In der Methodik schließt sich Zoha ry an die grundlegenden Werke Ei g's über die pflanzengeographischen Verhältnisse Palästinas an, deren wichtigstes erst kürzlich an dieser Stelle besprochen wurde (Jahrgang 1934, Heft 1, S. 566). Die Vegetationsverhältnisse auf der Sinai-Halbinsel werden nach den drei voneinander stark abweichenden Hauptgebieten gegliedert: 1. Das Küsten- und Dünengebiet: Es ist relativ artenreich und für Landwirtschaft das geeignetste. Durch das Naheliegen des Grundwassers kann hier sogar Baumkultur getrieben werden. Palmen finden sich in jeder Siedlung; auch Feigen, Sykomoren, Mandeln und sogar die Olive, diese typisch nordmediterrane Pflanze, und der Granatapfel gedeihen an manchen Stellen vortrefflich; auch Getreide und verschiedene Cucurbitaceen (Familie der Kürbisgewächse) wachsen hier noch ohne Bewässerung, vor allem in den Dünentälern. 2. Im »Inneren Bergland des Tih-Gebietes« weisen die höheren Gebirge selbstverständlich eine ganz andere Florenzusammensetzung auf als die mit Kiesel und Sand bedeckten Ebenen. Im allgemeinen herrscht der irano-turanische * Charakter in der Vegetation vor. Sehr bemerkenswert ist das Vorkommen eines Bestandes von Juniperus phoenicea auf den höchsten Teilen des Jelle-Gebirges. 3. Das Sinai-Gebiet: In der Ka'a-Wüste haben die Halozhyten (salzliebende Pflanzen) an der an sich sehr artenarmen Vegetation den größten Anteil. Im Gebirge hingegen verursachen permanente Wasserläufe stellenweise reichen Pflanzenwuchs: An den Felswänden der Wadis wachsen Dattelpalmen (ob wild?), in den größeren Wadis und in den Oasen bilden Akazien und Tamarisken ganze Bestände. Mit der Höhe treten die saharo-sindischen Elemente zurück und die mediterranen und irano-turanischen Arten werden häufiger. Im südlichsten Teil nehmen auch sudano-dekanische Elemente an der Vegetationsbildung teil. Es ist hier nicht der Ort, die sehr interessanten pflanzengeographischen Schlußfolgerungen allgemeiner Natur, die weit über den territorialen Rahmen hinaus von wissenschaftlichem Interesse sind, näher zu erörtern, doch sei der botanisch interessierte Leser darauf besonders aufmerksam gemacht. Der L, »Allgemeine Teil« behandelt außer den eben besprochenen Vegetationsverhältnissen auch noch in einigen Kapiteln die Grenzen und die topographische Gliederung des Gebietes, die klimatischen Verhältnisse und schließlich auch die geschichtliche Entwicklung der floristischen Erforschung der unserem Lande benachbarten Halbinsel. Im IL, »Speziellen Teil« wird an Hand der Untersuchungsergebnisse und der reichen Florenliste nachgewiesen, daß die überwiegende Zahl der Arten dem saharosindischen Element zuzuzählen sind. Im großen und ganzen aber stellt die Halbinsel pflanzengeographisch ein Grenzgebiet zwischen der saharo-sindischen, irano-turanischen und mediterranen Region dar. Eine wertvolle Ergänzung bildet die sehr lehrreiche Liste der Kulturpflanzen, weiters das Literaturverzeichnis und schließlich die pflanzengeographische Karten-