Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 316

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Mai 1935
Date
1935-06-01
Page
Seite 316 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2379786-2379926-2379933-2404703--20345-2404942
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ware nach dem 22. Mai hereinkommt, weil von diesem Zeitpunkte an die direkte Zementeinfuhr für Südpalästina via Jaffa nunmehr endgültig wieder freigegeben ist. Vor allem ist jugoslawische Ware augenblicklich stark favorisiert. In Baukeramik steigt die Einfuhr zu neuen Rekorden an, bei schärfstem Wettbewerb ungarischer, tschechoslowakischer und belgischer Fabrikate. Eisen: Das Geschäft geht auf der ganzen Linie äußerst lebhaft. Was an Ware hereinkommt, fließt sofort dem Verbrauch zu. Besonders begehrt sind für Bauzwecke Eisenträger und Rundeisen (zur Betonarmierung) und für die Landwirtschaft Röhren, Wellbleche und Maschendraht. Die Preisen folgen, soweit syndikatsmäßig gebunden, den internationalen Standard-Notierungen, mit Ausnahme des Röhrenmarktes, auf dem der internationale Konkurrenzkampf — hier von Deutschland, Polen, der Tschechoslowakei und England ausgefochten — infolge der Auflösung des europäischen Kartells bereits stark in Erscheinung tritt. Die junge Eisenindustrie Palästinas wird demnächst um eine Fabrik für autogengeschweißte Röhren, »Palestine Tubes Company, Ltd.«, erweitert werden, die ihren Standort im Haifa-Bay-Gelände haben wird. Wie soeben bekannt wird, hat die »Iraq Petroleum Company« beschlossen, ihre bisher einröhrige Erdöl-»Pipe-Line« Kirkuk-Haditha-Haifa zu verdoppeln; man hofft, daß ein Teil der Materiallieferungsaufträge auch Palästinas Eisenhandel und Eisenindustrie zufallen wird. Nichteisen-Metalle: Da in letzter Zeit auf dem Weltmarkte nur Zink und Blei ihre feste Haltung bewahrten, hingegen Kupfer, Messing und Zinn etwas labil erschienen, disponieren gegenwärtig die palästinensischen Importeure von Blöcken, Blechen, Stangen, Drähten, Röhren usw. nur streng bedarfsgemäß, um das mit größeren Beständen verbundene Verlustrisiko zu vermeiden. Die Umsätze sind gemäß der ständigen Ausdehnung der palästinensischen verarbeitenden Industrien sehr bedeutend. Auf dem Gebiete des Armaturenimports hält die internationale Preisunterbietung an; die letzthin bemerkten Vorstöße ungarischer, österreichischer und tschechoslowakischer Fabrikate haben belgische, italienische, polnische und japanische Gegenofferten bewirkt, bei denen von normaler Kalkulation kaum noch die Rede sein kann — was natürlich auf Kosten der Qualität geht. In verantwortlichen Kreisen der palästinensischen Bauwirtschaft wird daher lebhaft für den Gedanken geworben, gesetzliche Normen für die Beschaffenheit der im Baugewerbe benötigten Armaturen festzulegen. Nachrichten und Daten ^&tir am POLITIK. Das Jubiläum des englischen Königspaares» Außer den offiziellen Feiern der Regierung wurden auch in den jüdischen Städten solche abgehalten. In Tel-Aviv wurde die King-George-Straße eröffnet. Ein Komitee unter Vorsitz des Oberkommissärs wird die Pflanzung eines King-George-Jubiläumswaldes auf KKL-Boden durchführen. Wedgwood für Palästina als Kronkolonie, Das Mitglied des Parlaments CoL Wedgwood, der bekanntlich vor Jahren für den Status Palästinas als einem Dominion eingetreten war, schlug in »The Near East and India« vom 23. Mai vor, Palästina zu einer britischen Kronkolonie zu machen. Es würde dann die Imperial- Preference-Zölle genießen und hätte freie Einwanderung. Für England wäre dieser politische Stützpunkt im Vorderen Orient von großem Nutzen. Wauchope in Syrien, Mitte Mai konferierte der Oberkommissär in Syrien über Grenzregulierungen, ein Handelsabkommen und militärische Fragen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.