Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1935)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Mai 1935
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 315 (sequence 5)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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bis 6) £P. Österreichische und argentinische Ware fehlt. Die Ankünfte aus Holland und neuerdings auch aus den USA. fallen sehr geringwertig aus und sind nur zu Backbutter-Preisen abzusetzen. Die palästinensische Molkereibutter hat prozentual etwa entsprechend den Notierungen der Auslandsware nachgegeben. Ganz still liegt das Margarine -Geschäft. In Käse ist die Absatzlage, bei sinkendem Preisniveau, unverändert. Konserven: Der heißen Jahreszeit entsprechend finden in Fleischkonserven so gut wie gar keine und in Fischkonserven nur sehr begrenzte Umsätze statt. Auch Obst- und Gemüsekonserven sind in den letzten Wochen stark abgeflaut, da frisches Obst und Gemüse aus der neuen palästinensischen und syrischlibanesischen Ernte reichlich auf den Markt kommt. Kondensierte Milch geht weiter flott. Leder: Dem geringeren Verbrauch der Sommersaison gemäß ist das Geschäft in gewöhnlichem Sohlenleder ruhiger geworden, während Chromleder einheimischer und ägyptischer Herkunft für die Besohlung von Leinenschuhen lebhaft gefragt sind und pro südpalästinensische Occa (1,442 kg) —-,150 £P loko erzielen. Zur Herstellung von Sandalen werden Roß-Chevreaux in Mengen, die den Vorjahrsimport weit übersteigen, aus der Tschechoslowakei, Frankreich, Italien und Deutschland eingeführt und loko pro Quadratfuß (930 Quadratzentimeter) mit —,040 £P bezahlt. In sonstigen Oberledern ist das Geschäft saisongemäß still. Gute Umsätze erzielen nach wie vor Portefeuille-, Möbel-, Auto- und Luxusleder für verschiedenste Zwecke der in Palästina lebhaft aufblühenden Lederwarenindustrie. So ist soeben in Tel-Aviv eine neue Spezialfabrik für Portefeuillewaren und Damentaschen eröffnet worden. Textilwaren: Das bei den Importeuren und Grossisten bereits abgewickelte Sommergeschäft verläuft nunmehr auch beim Einzelhandel sehr flott, besonders für Seiden-, Kunstseiden- und Leinenstoffe. Der Import- und Großhandel ist gegenwärtig lebhaft mit den Vorbereitungen für die Herbst- und Wintersaison beschäftigt. Da das Schicksal der künftigen Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Japan noch immer nicht geregelt ist, und da die Palästina-Regierung in Zollfragen erfahrungsgemäß Überraschungen liebt, die dem Importeur sehr unangenehm werden können (so gerade jetzt erst wieder die plötzliche Kaffee-Zollsenkung!), macht man bei der Ausschreibung der neuen Aufträge von den japanischen Offerten diesmal etwas weniger Gebrauch und schließt relativ stärker mit englischen und kontinentalen Lieferanten ab — durchwegs in Mengen und Qualitäten, die der Erweiterung und Verfeinerung des Konsums durch die neue Immigration angepaßt sind. Holz: Da die palästinensische Bausaison gegenwärtig auf ihrem Höhepunkte steht und durch ihre flotte Nachfrage keine größere Vorratsbildung beim Einfuhrhandel mehr aufkommen läßt, so haben die depressiven Tendenzen des internationalen Marktes den palästinensischen Grossisten im allgemeinen keine fühlbaren Verluste gebracht. Mehr Beunruhigung schafft die Tatsache, daß noch immer nicht entschieden ist, zu welchem Zeitpunkte der Holzimport für Südpalästina wieder direkt via Jaffa hereinkommen kann, was die Kalkulation, die heute durch den Umweg über Haifa mit zusätzlicher Bahnfracht belastet ist, wesentlich verbilligen würde. Die Lokopreise für Bauholz und Möbelholz liegen gegenwärtig gemäß der internationalen Entwicklung ungefähr 5% unter der Vormonats-Notierung. Zement und Baukeramik: Die »Nescher«-Expansion, die für den 15. Mai avisiert war, hat sich abermals verzögert. Dadurch sahen sich die Zement -Importeure zu neuen größeren >Abschlüssen ermutigt, die so disponiert wurden, daß die