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Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 313

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Mai 1935
Date
1935-06-01
Page
Seite 313 (sequence 3)
Language
German
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nach Holland und Polen bewiesen, in beiden Fällen das direkte Ergebnis handelspolitischen Entgegenkommens. Auch das Problem des deutschen Marktes, des zweitwichtigsten Abnehmers der Palästina-Orangen, muß für die nächste Saison in einer neuen Form gelöst werden. Zwar hat Deutschland in 1934/35 erheblich mehr gekauft als ursprünglich zu erwarten stand und hat auch relativ gute Preise bewilligt; doch hat sich trotz des Warburg-Abkommens die Zahlungsweise außerordentlich schwierig gestaltet. Was nun im besonderen die Zukunft des englischen Marktes betrifft, der ja für das gesamte Palästina-Zitrus-Geschäft ausschlaggebend ist (England hat 1932/33 72.3%, 1933/34 63.8%, 1934/35 72% der Palästina-Zitrus-Ausfuhr aufgenommen), so will man sich erneut um Erlangung der Zoll-Präferenz bemühen, bei freilich noch ungewissen Aussichten. Was schließlich die Verschiffungs- und Marktpolitik sowie die Lagerungs- und Transportmethoden (z. B. Standardisierung des Kistenformats) betrifft, so hat soeben die Palästina-Regierung, ein offizielles Studienkomitee für diese Fragen eingesetzt; außerdem hat sie ihrerseits mit dem Bau eines neuen großen Orangen-Lagerhauses im Haifaer Hafen begonnen und auch Versprechungen hinsichtlich neuer Autostraßen in der Orangenzone und einer Vermehrung des Eisenbahn-Güterwagenbestandes gemacht. Ob die Tätigkeit des Studienkomitees viel Positives zeitigen wird, insbesondere etwa die Gründung eines »Palestine Citrus Shipping Board« nach südafrikanischem Muster, ist noch zu bezweifeln. Auf jeden Fall wird es die verantwortungsvolle Aufgabe der jüdischen Pflanzer und Exporteure (die über 60% der palästinensischen Zitrusproduktion repräsentieren) sein, ihre in der abgelaufenen Saison bedauerlich stark zutage getretenen Interessengegensätze und Meinungsverschiedenheiten zu überwinden und auf dem von der »Jaffa Citrus Exchange« gezeigten Wege das komplizierte Problem der Verschiffungs- und Marktpolitik auf freiwilliger Basis einmütig zu lösen. Abschließend sei erwähnt, daß von jüdischen Zitruspflanzerkreisen Palästinas gegenwärtig für die Idee eines Zitrus-Weltkongresses geworben wird, der gemeinsame Beschlüsse der wichtigsten Zitrus-Export- ]änder in bezug auf Anbaubegrenzungen, Verteilung der Absatzmärkte und andere kommerzielle und technische Fragen herbeiführen soll. Das Zustandekommen eines solchen Kongresses ist noch nicht sehr wahrscheinlich, da — im Gegensatz zu den straffen Organisationen der II. S. A. und Südafrikas <—. die spanische Zitruswirtschaft außerordentlich zersplittert ist. Getreide, Futtermittel und Mehl: Ohne sachlich Wesentliches zu ändern, hat die Regierung die Vorschriften zur Einfuhrkontingentierung von Weizen, Roggen und Mehl in neue Form gebracht. Wichtig daran ist, daß die Einfuhr aus Transjordanien auch weiterhin kontingentenfrei bleibt, so daß der erfahrungsgemäß zuweilen ziemlich starke illegale Import dieser Waren aus Syrien-Libanon auch künftig durch das »Loch im Osten« hereinströmen kann. Was Weizen betrifft, so hat die große Hitzewelle zu Anfang Mai die palästinensische Ernte nicht geschädigt, da die Gefahren der Trockenheit — Dürre und Käferschäden — durch die noch vom starken Winterregen her reichlich vorhandene Bodendurchfeuchtung abgewehrt wurden. Vielmehr ist alles nunmehr rasch gereift und verspricht ein sehr günstiges Resultat. Im Hinblick darauf haben die Weizen-Importeure das Einfuhrkontingent vorsichtshalber nicht voll ausgenützt, sondern warten bei nicht sehr großen Vorräten das Angebot der neuen Inlandernte ab. Der Weizenpreis beträgt pro Tonne loko augenblicklich 8 £P (wie im Vormonat); doch rechnet man für die nächste Zeit mit starkem Preisrückgang unter dem Drucke der reichlichen neuen Inlandware. In Gerste ist die neue Ernte, die einen Rekordumfang erzielt hat, bereits auf dem Markte erschienen und hat einen fühlbaren Preisabbau bewirkt, von 1,450 £P pro südpaläsrinensischen

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