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Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 309

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Die Lehren aus der Dürrekatastrophe in U.S.A
Date
1935-06-01
Page
Seite 309 (sequence 2)
Language
German
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daß um die Zeit um 1880 die Staaten Kansas, Nebraska und Texas eine richtige Wüste waren. Man kann noch auf alten Landkarten den Namen »Great American Desert« als Bezeichnung für diese Gegenden finden. Auch treten jetzt trockene Seebecken zutage, in denen noch alte Wagenspuren sichtbar sind. Warum kommt diese Trockenheit jetzt wieder? Warum will dieses mit unendlich viel Mühe und Arbeit zu fruchtbaren Feldern und grünen Weiden emporkultivierte Land jetzt wieder zur Wüste werden? Viele sagen, die Farmer selbst seien die Schuldigen. Der durchschnittliche Viehzüchter hatte nur das eine Bestreben, so viel Vieh wie möglich zu züchten, das heißt auf die Weide zu bringen, um die Nachfrage der wachsenden Städte zu befriedigen. Aber er wollte und konnte nicht so viel Weideland hinzu erwerben, wie es für die wachsenden Viehherden nötig gewesen wäre. So wurden die Weidegebiete überfüllt. Die Grasnarbe wurde schneller abgefressen als sie nachwachsen konnte, zuviel Wasser wurde verbraucht. Dies war der Anfang der Zerstörung, die damit weiterging, daß jetzt der Regen mit ungebrochener Gewalt auf die Erde herabprasselte. Bis dahin stand ihm noch jede einzelne Graspflanze im Wege, die die Gewalt jedes Wassertropfens brach, bevor er den Boden berührte. Diese Tatsache ist sehr wichtig, und man soll nicht die Kraft eines Regentropfens aus mehreren hundert Metern Höhe unterschätzen. Der Boden wurde aufgewühlt, hochgespritzt und zum Teil vom Regenwasser fortgetragen. Zuerst entstanden kleine Rinnsale, die im nächsten Jahre zu Canons wurden, manchmal 20 Meter tief. lEs handelt sich hiebei nicht um Kleinigkeiten. Im Gegenteil: man stellte fest, daß jedes Jahr \x/i Billionen Tonnen Erde ins Meer geschwemmt werden mit einem Wert von über 2 Billionen Dollar. Nach Untersuchungen der Universität von Kalifornien enthält diese Erdmasse 26mal mehr an Pflanzennährstoffen, als die Pflanzen selbst durch ihr Wachstum in einem Jahr verbrauchen. Das heißt also, die Nährstoffe für die nächstfolgenden 26 Jahre sind unwiderbringlich im Meer verloren. (Man sollte sich einen solchen Verlust für Palästina vorstellen, das in seinen Boden- und Wasserverhältnissen viel Ähnlichkeit mit den amerikanischen Weststaaten hat.) 75 bis 90% aller westlichen Hügelländer wurden von diesem Unglück betroffen, das bedeutet nicht weniger als 75% der ganzen für die Landwirtschaft verfügbaren Fläche in den U. S. A. Die Zerstörung durch das Wasser geht weiter. Nachdem die oberste Bodenschicht angegriffen und zum Teil fortgetragen und -geweht ist, treten die Wurzeln der toten Pflanzen zutage, die nun — statt Humus zu bilden — verfaulen und den Weg frei machen für das Regenwasser. So wird der Boden nun auch von unten angegriffen, so lange, bis der unterirdische Kanal groß genug ist, daß er einstürzt. Man wird vielleicht einwenden, daß Palästina nicht nur Viehzucht hat. sondern in der Hauptsache Obstkulturen und Gemüse. Dies verbessert aber nicht die Lage. Im Gegenteil! Viele Farmer dort halten es nämlich für ratsam, möglichst früh ihre Felder umzupflügen oder ihre Obstgärten frei zu machen. Sobald dies geschehen ist, findet der Regen aber die gleiche Situation wie bei der Viehweide, denn nichts hindert ihn daran, auf den Boden zu »trommeln«. Kaum hat der Regen seine Tätigkeit eingestellt, so beginnt sein Bruder, der Staub, zu wüten. Da der Boden aus Mangel an wasserhaltenden Pflanzen zu schnell trocken geworden ist, wird es sehr bald heiß. Heiße Winde entstehen, die den losen Erosionsstaub, Pflanzenreste und neue Erde mit sich führen. Der Verlust des Farmers durch

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