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Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 301

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
Date
1935-06-01
Page
Seite 301 (sequence 11)
Language
German
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Sprachenfrage eine radikale Umstellung — zumindest dem Scheine nach — erfolgt sein wird. In diesem Sinne wird das öffentliche und gesellschaftliche Leben kontrolliert und unter Druck gesetzt. Aber Sprache, Schule, Dichtkunst und Literatur schweben nicht im luftleeren Raum. Sie müssen sich auf die Wirtschaft und auf das Volk stützen. Daher muß das Planen auch diese zwei Faktoren umfassen. Das Problem der Fortpflanzung verdient vom Gesichtspunkt der Regenerationsbestrebungen studiert zu werden — noch ehe die Immigrationsphase in der Hauptsache abgeschlossen sein wird. Später wird es zu spät sein. Ich habe mich mit der quantitativen Seite des Problems beschäftigt, die qualitative unberührt gelassen. Das soll nicht den Anschein der Unwichtigkeit hervorrufen. Sie verdient eine eigene Erörterung. Handelsbilanz und Konjunkturforschung Von Rudolf Langer, Wien. In immer steigendem Maße befaßt sich die jüdische, verantwortungsbewußte Öffentlichkeit mit den Problemen der Wirtschaftsgestal-tung Palästinas. Entgegen ursprünglich vorhanden gewesenen, mehr minder doktrinären Tendenzen setzt sich die Erkenntnis durch, daß es mit dem »Laissez faire« und den manchesterlichen Theorien (so sehr diese auch dem individualistisch eingestellten Juden, also auch dem wirtschaftenden Juden entsprechen mögen) doch nicht weiter geht und wie in anderen Sphären palästinensischen Lebens auch im Wirtschaftsleben ordnende Planung eingreifen muß, wenn die Entwicklung wohlverstandenen Zukunftsinteressen dienen soll. Das heißt, daß wir uns in immer steigendem Maße der Gefahren bewußt werden müssen, die die jetzige Situation in sich schließt und daß wir uns also keineswegs den Luxus der sanguinischen Erwägung leisten dürfen, die sich mit dem oberflächlichen Aspekt zufrieden gibt, daß das hohe Handelsbilanzpassivum durch das Aktivum der Zahlungsbilanz »ohnedies« ausgeglichen erscheint. Wenn auch zweifellos Palästina noch durch längere Zeit eine passive Handelsbilanz aufweisen dürfte, die das wirtschaftsgesetzliche Schicksal eines jeden im Aufbau befindlichen Immigrationsgebietes ist, so bedeutet die Erkenntnis dieses volkswirtschaftlichen Axioms noch keineswegs ein unbedingtes und fatalistisches Ja-sagen zu der Tatsache ohne Rücksicht auf die Höhe des Bilanzpassivums der Handelsbilanz. Wurde im Jahne 1927 (als noch von einem Kapitalsimport im jetzigen Ausmaße natürlich keine Rede sein konnte) schon in dieser Zeitschrift (Heft 1, Seite 3) auf die Gefahren hingewiesen, die entstehen könnten, falls der Kapitalszustrom kein konstanter bleiben würde, so hat sich dieses Gefahrenmoment nun wesentlich verstärkt. In dankenswert ausführlicher und eindringlicher Weise setzte sich Dr. Grünbaum in Heft 5, 1935, mit dieser Frage auseinander, sowie auch mit der mit ihr in

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