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Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 298

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina
Date
1935-06-01
Page
Seite 298 (sequence 8)
Language
German
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Tabelle XVL Zahl der Geburten pro Wöchnerin im Hadassaspital Jerusalem in den Jahren 1932/33. Aschkenasinnen, die nichtsephardische, Orient. Jüdinnen Alter im Ausland in Palästina die im Ausland die in Palästina geboren wurden geboren wurden 470 Frauen1» 191 Frauen19 454 Frauen20 169 Frauen21 Bis 19 Jahre . . (LO) (LO) 1.4 1.15 20—24 Jahre . . 1.2 1.7 2.8 2.4 25—29 Jahre . . 1.9 2.5 5.0 5.0 30—34 Jahre . . 2.3 4.0 6.5 6.5 35 Jahre usw. . . 4.75 5.9 7.4 9.3 alle Alter: Geburten 2.1 2.75 4.3 3.5 alle Alter: Schwangerschaften 2.3 3.0 4.7 3.9 Aus der Gegenüberstellung der, zwei untersten Reihen der Tabelle XVI erhalten wir einen Eindruck über die Häufigkeit des Abortus in den hier erfaßten Bevölkerungskreisen. Die Zahlen sollen bloß der groben Orientierung dienen. Etwa 10% der Schwangerschaften gehen als Abortus verloren. Am größten war der Prozentsatz von Frauen, die Fehlgeburten anamnestisch angegeben haben, unter den »sonstigen Orientalinnen«. Es waren zirka 25%. Am kleinsten ist dieser Bruchteil bei den aschkenasischen Jüdinnen (16%), während die Sephardinnen etwa die Mitte einhalten (21%). Die Zahl der Fehlgeburten pro Gebärende, die Abortus ausgewiesen hat, war bei den Orientalinnen größer als bei den Aschkenasinnen. Bei Gebärenden die noch nicht 20 Jahre alt waren, war Abortus in der Anamnese nur vereinzelt vorhanden, und zwar bloß bei den »sonstigen Orientalinnen«. Wir wissen nicht, was hier den Abortus verursacht, inwieweit er gewollt ist, inwieweit Lues oder Unfall (Überarbeitung) eine Rolle spielt. Bei aus Algier und Marokko eingewanderten Jüdinnen spielt die Lues entschieden eine größere Rolle als in den anderen Gruppen, bei den Orientalen wird die Überarbeitung und zu rasche Schwangerschaftsfolge eine bedeutendere Rolle spielen als bei den Aschkenasinnen. AVahrscheinlich weichen die Verhältnisse in Tel-Aviv von den hier besprochenen Verhältnissen in Jerusalem ziemlich stark ab22. Nach dem Gesagten besteht kein Zweifel, daß bei großen Teilen des palästinensischen Judentums die Fortpflanzungsintensität gering ist. Es sind dies gerade die Träger des nationalen Regenerationsgedankens. Die Geburtenrestringierung ist nicht ein Symptom oder Folge der deutschen Einwanderung. Die Geburten wurden in Palästina schon vor der Ära des *8 Altersgliederung: 8, 101, 200, 120, 4L 19 Altersgliederung: 10, 66, 57, 44, 14. 20 Altersgliederung: 70, 141, 105, 89, 49. 21 Altersgliederung: 36; 69, 32, 22, 10. 22 Der Gynäkologe der Hadassa in Tel-Aviv, Dr. Aschermann, glaubt (Ose Rundschau, Jahr 1931), daß in Tel-Aviv der kriminelle Abortus eine sehr geringe Rolle spielt.

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