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Palästina · 1935-06-01 · Heft 6 (Juni 1935) · p. Seite 288

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 6 (Juni 1935)
Article
Die Assanierungsprojekte für Hule
Date
1935-06-01
Page
Seite 288 (sequence 2)
Language
German
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pflanzen bewachsen. Die verwesten Pflanzenprodukte, die eine Humusschicht von über 1 Meter Tiefe bilden, ergeben ein natürliches Düngermaterial; dessen Quantität man auf 30—40 Millionen Tonnen schätzen kann und das ausreichen würde, das ganze Land auf Jahre hinaus zu versorgen. Der Boden wird nach Trockenlegung einen erstklassigen landwirtschaftlichen Boden abgeben. Der Hulesee, in den der obere Jordan mündet, besitzt eine mittlere Tiefe von 2 bis 2l/i Meter. Dieser Wasserstand wird durch eine Bodenschwelle am südlichen Ende des Sees aufrecht erhalten. Bei Hochwasser steigt der Seespiegel um etwa 2—3 Meter, ein großer Teil der nördlich an den See anschließenden Ebene beiderseits des oberen Jordan wird überschwemmt und diese ständig wiederkehrenden Überschwemmungen bilden die Ursache der Versumpfung. Die furchtbaren Folgen der Versumpfung zeigen sich im Gesundheitszustand der Einwohner. Von den etwa 4000 Bewohnern der unmittelbaren Nachbarschaft des Sumpfes leiden bei den Kleinkindern bis zu 6 Jahren zirka 80%, von den älteren Kindern zirka 50%, von den Erwachsenen zirka 15% ständig an Malaria. In der weiteren Umgebung steigt der Prozentsatz der Malariakranken unter den Erwachsenen auf 40%. Es zeigt sich also, daß die Akklimatisierung immunisierend wirkt. Woher stammen nun diese unheilbringenden Hochwasser? Der Jordan hat drei größere ständige Quellen in Syrien, den Hasbani, den Banias und den Ledan. Wetters sind viele kleinere Quellen vorhanden, die in der Regenperiode stärkeren Ertrag geben, und viele Wadis, die nach starken Regengüssen und nach der Schneeschmelze am Hermon aktiv werden. "Wichtig erscheint insbesondere, daß von der gesamten, auf das Einzugsgebiet des oberen Jordan entfallenden Niederschlagsmenge 70% ausi syrischem Gebiet kommen. Nur 30% stammen aus palästinensischem Gebiet, von den Abhängen westlich und östlich der Huleebene. Aus dieser Darstellung ergibt sich die Lösung für das Entwässerungsproblem: es ist nur erforderlich, diesen Hochwassermengen, die im Gefolge von Regengüssen und der Schneeschmelze auftreten, den geeigneten Abfluß zu schaffen. Die Meinung mancher Fachleute, daß diese Lösung durch das mögliche Vorhandensein starker unbekannter unterirdischer Quellen im See oder Sumpfgebiet kompliziert wird, bezeichnete der Vortragende als ganz unbegründet. Da der Seespiegel in den Sommermonaten bei ungefähr gleichen Zu- und Abflußmengen ständig fällt, können die unterirdischen Quellen nicht einmal ausreichen, um den Verlust durch die Verdunstung, die maximal 1.6m3/Sek. für den ganzen See beträgt, zu decken. Der Ertrag solcher Quellen, wenn sie vorhanden sind, muß daher unter 1.6m3/Sek. liegen und kommt gegen die unvergleichlich größeren Hochwassermengen gar nicht in Betracht. Eine etwaige erhöhte Tätigkeit solcher Quellen bei Hochwasser müßte bei der geringen Seetiefe augenscheinlich in Erscheinung treten, was aber nicht der Fall ist. Auf das technische Projekt für die Entwässerung übergehend, erwähnte der Vortragende zunächst die große Zahl von Projektanten, die

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