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Palästina · 1935-05-01 · Heft 5 (Mai 1935) · p. Seite 256

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 5 (Mai 1935)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1935-05-01
Page
Seite 256 (sequence 3)
Language
German
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Organisations-Technik übersättigt sind und die realen Interessen des Palästinaauf baus, für viele der Beteiligten unmittelbar verbunden mit konkreten materiellen Interessen, im Vordergrunde stehen. Es ist ja ein Faktum von noch gar nicht übersehbarer Tragweite, daß in den letzten drei bis vier Jahren Zehntausende von Juden nach Palästina geströmt sind, die in ihrer Mehrheit gar keine zionistische Tradition und keine gefühlsmäßige Verbundenheit mit der alten Organisation haben. Dadurch wandelt sich natürlich auch die Bedeutung der Organisation im Vorstellungsleben der Zionisten selbst, vor allem derjenigen, die im wirklichen Leben Palästinas stehen. Dennoch war es allen klar, daß dieses Problem einmal seine Lösung finden muß. Der letzte Zionistenkongreß (Prag 1933) brachte jedem Teilnehmer zum Bewußtsein, daß eine Wiederholung desselben Schauspiels subalternen Parteikampfes nicht wiederholt werden darf, wenn nicht die Lebenskraft und das Prestige der Z. O. erhebliche Einbuße erleiden soll. Schon der Prager Kongreß hat einen Beschluß über den Primat der zionistischen Disziplin gefaßt, der sich gegen die Poppelstellung der Revisionisten wandte. Die Revisionisten haben aber diesen Beschluß ignoriert und glaubten weiterhin ihre Schaukel-Politik machen zu können. Da nun der neue Kongreß bevorsteht, hat die Exekutive die Verfügung getroffen, daß auf jedem Schekel- Formular, das den Inhaber zur Teilnahme an den Kongreßwahlen berechtigt, jener Prager Disziplin-Beschluß aufgedruckt sein soll. Dadurch, daß jeder Schekelzahler diesen Beschluß akzeptiert, sollte den Revisionisten unmöglich gemacht werden, ihre Separatpolitik fortzuführen. Diese Maßnahme der Exekutive hat einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen, zum größten Teil freilich Theaterdonner. Man hat, völlig unbegreiflicherweise, behauptet, die Exekutive mache den Schekel zu einer »Partei- Legitimation«, gemeint ist natürlich die Arbeiterpartei. In Wirklichkeit hat die Exekutive eigentlich etwas Überflüssiges getan, nämlich etwas, was sich von selbst versteht. Auch ohne Aufdruck auf dem Schekel ist es selbstverständlich, daß jedes Mitglied der Z. O. an die Beschlüsse der Kongresse gebunden ist, und auch ohne Beschluß des Kongresses ist es selbstverständlich, daß der Eintritt in eine Organisation die Verpflichtung zur Disziplin in den von der Organisation behandelten Fragen enthält. Natürlich gibt es eine Freiheit der Meinungsäußerung und des Gedankenaustausches, die nicht an Beschlüsse zu binden ist, der Begriff der Disziplin schließt Opposition keineswegs aus, was aber feststehen muß, ist die alleinige Vertretungsbefugnis der Exekutive nach außen. Ohne diesen Grundsatz kann keine Organisation existieren. Wenn man glaubte, durch Aufdruck auf den Schekel dies deutlich machen zu müssen, so ist das nur eine Formalität, nicht die Schaffung einer neuen Sachlage. Aber unlogisch, wie das Parteileben manchmal ist, hat sich der ganze Kampf auf diese Schekelklausel zugespitzt, und die Sitzung des Zionistischen Aktions- Komitees, die in der letzten März- und ersten Aprilwoche in Jerusalem abgehalten wurde, war im wesentlichen erfüllt von diesem Streit. Wie schon oben angedeutet, steckt natürlich mehr dahinter, nämlich der Versuch, eine Neugruppierung der zionistischen Kräfte vorzunehmen. Aus diesem Grunde haben auch die anderen bürgerlichen Parteien sich dem Schekeltext widersetzt, und es wurden endlose Kompromißverhandlungen in der aus der Praxis der letzten Kongresse wohlbekannten Art geführt, bis schließlich eine Einigung zustande kam, die im wesentlichen der Forderung der Exekutive Rechnung trägt. Die Revisionisten scheinen diesen Kampf um den Schekel als eine Art Rückzugsgefecht geführt zu haben, weil sie anscheinend ihre Situation in der Z. O. als unhaltbar erkannten. Viele Gründe mögen hiezu beigetragen haben, unter anderem die günstige Wirtschaftskonjunktur in Palästina, die für eine Krisenmacherei nicht die erforder-

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