Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Zur Frage der handwerklichen Hachscharah
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 246 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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246 Zur Frage der handwerklichen Hachscharah Von Dr. Alfred Marcus, Haifa. In Nr. 1 dieser Zeitschrift hat Martin Scheftelowitz die Frage der Jugend-Alijah und Berufserziehung behandelt. Er ist hiebei allerdings nicht nur auf die Jugendalijah und deren berufliche Fortbildung zu sprechen gekommen, sondern auch auf die Umschichtung Erwachsener. Ich glaube, daß man diese Dinge nicht durcheinander bringen soll. Die Forderungen, die Scheftelowitz in bezug auf die berufliche Ausbildung Jugendlicher stellt, sind zu einem erheblichen Teile hier im Lande bereits erfüllt. Scheftelowitz kennt offenbar nicht genügend die Arbeit der Handwerkerschule im Haifaer Technikum und der in Tel-Aviv, die für den Nachwuchs des Landes und auch für einen Teil der Jugendalijah durchaus Ersprießliches leisten. Es ist denkbar, daß man den Umfang dieser Ausbildungsmöglichkeiten noch für zu klein hält, und es ist nur selbstverständlich, daß man sich hierüber auch im Lande selbst Gedanken macht und auf Erweiterung dieser Möglichkeiten hinarbeitet. Das ist eine Sache organischer Entwicklung, die in ihrer Bedeutung gewiß nicht bagatellisiert werden soll, aber es muß doch gesagt werden, daß beispielsweise die Handwerksschule des Technikums für wirkliche Jugendliche durchaus das leistet, was eine durchschnittliche Institution dieser Art zu leisten pflegt, nicht mehr und nicht weniger, und daß man in der Galuth sich von dem Eindruck frei machen sollte, * es sei in dieser Hinsicht im Lande überhaupt nichts vorhanden. Ich glaube sagen zu dürfen, daß die vorhandenen Möglichkeiten nicht unterschätzt werden sollen. Aber hier liegt gar nicht das Problem, und wenn Scheftelowitz, wie oben angedeutet, trotz der Überschrift seines Aufsatzes auch auf die Umschichtung Erwachsener zu sprechen kommt, so zeigt er damit, daß er selbst das Problem auch noch an einer anderen Stelle sieht; meiner Ansicht nach liegt es aber grundsätzlich betrachtet nur an dieser Stelle, nämlich in der Frage: Was fängt man mit Erwachsenen an, die entweder draußen überhaupt noch nichts für ihre berufliche Umschichtung getan haben oder nur Unzureichendes. Ich will mich dabei hier auf das Problem der handwerklichen Hachscharah Erwachsener beschränken, für das der landwirtschaftlichen fühle ich mich in keiner Weise zuständig. Das Problem der handwerklichen Hachscharah Erwachsener außerhalb des Landes, aber mit dem Ziel, die erworbenen Kenntnisse im Lande zu verwenden, ist so alt wie die ganze Alijah der Nachkriegsjahre und sehr ausgiebig diskutiert worden. Daß es heute, angesichts der ziemlich schnellen Ausweitung des gewerblichen und industriellen Sektors der palästinensischen Wirtschaft, besonders aktuell geworden ist und daß es voraussichtlich noch auf Jahre hinaus brennend bleiben wird, bedarf keines Beweises. Aber die Tatsache, daß man in ausgiebiger Diskussion und trotz der Möglichkeit zur Sammlung eingehender Erfahrungen eine Lösung dieses Problems bisher nicht gefun-