Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Zur Frage der Wirtschaftsplanung in Palästina
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 237 (sequence 11)
- Language
- German
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abhängig, wie die Plantagenwirtschaft Dem höheren Grade der Selbstversorgung entspricht die geringere Krisenempfindlichkeit. Eine besondere Art der gemischten Wirtschaft ist imstande, daß Bindeglied zwischen Industrie und Landwirtschaft zu bilden, nämlich die nebenberufliche Arbeitersiedlung. Wenn es eine Hauptaufgabe der zionistischen Aufbautätigkeit ist, den Juden aus einem Luftmenschen zu einem erdverbundenen Glied der jüdischen Gemeinschaft in Palästina zu machen, so wird diese Aufgabe durch die nebenberufliche Arbeitersiedlung in hohem Grade erfüllt. In den Industriestaaten ist die in Mietskasernen der Industriereviere zusammengepferchte Arbeiterschaft ja der eigentlich wurzellose Teil der Gesellschaft. Man versucht dort jetzt mit vieler Mühe, nachträglich eine Auflockerung dieser Fabrikwüsten zu erreichen. Bei uns sollte man von vorneherein auf Dezentralisierung halten, umsomehr als ja standortgebundene Industrien, mit Ausnahme der Chemikaliengewinnung, aus dem Toten -Meer kaum existieren dürften. Die Ungunst der Verkehrslage wäre bei den kleinen Ausmaßen des Landes durch Straßenbauten verhältnismäßig billig zu beheben. Es ist erfreulich, daß man für den Industriegürtel der Haifa- Bucht von vorneherein der Notwendigkeit der Nebenberufssiedlung der Arbeiterschaft Rechnung getragen hat, imd daß auch die Histadruth selbst diesen Gedanken immer und überall nach Kräften fördert. Wenn Industrialisierung mehr oder weniger als notwendiges Übel für dieses Land anzusehen ist, so ist die Arbeitersiedlung geeignet, dieses Übel psychisch, sozial und wirtschaftlich weitgehend zu mildern. Die natürliche Bevölkerungsbewegung als Grundlage sozialbiologischer Betrachtung des Judenproblems in Palästina Von Dr. Sigismund Peller, Jerusalem. Soll Palästina mehr sein, als ein Schwamm, der einen Teil des Diasporajudentums kontinuierlich aufsaugt, damit es hier in etwas langsamerem Tempo durch unzureichende Fortpflanzung den biologischen Tod findet, dem es in Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien usw. entgegengeht — dann wird sich hier der^ jüdische Volkskörper selbst, aus eigener Kraft dauernd ergänzen müssen, dann wird er eine, einer normalen Altersstruktur entsprechende, genügend große Fertilität entfalten müssen. Wie schaut nun die Wirklichkeit aus? Nach dem letzten Jahresbericht (für das Jahr 1933) haben die Juden in Palästina eine N a t a 1 i t ä t (Geburten pro 1000 Juden) von 29.2°/00. An europäischen Werten gemessen ist dies sehr viel. Bloß Spanien und die slawischen Völker können sich mit dieser Ziffer messen. Die Natalitätsziffern der, anderen Völker liegen viel tiefer, sind zum Teil