Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Urteile der Presse über die Theodor Herzl-Biographie von Alex Bein
- Date
- 1935-01-01
- Page
- 2 (sequence 2)
- Language
- German
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»Den empfindlichen Mangel schließt die jetzt im Wiener Fiba-Verlag erschienene, siebenhundertseitige, reich mit Illustrationen ausgestattete große Herzl-Biographie des noch jungen Geschichtsforschers und Zionisten Alex Bein. Ein Meisterwerk — und wir wissen sehr wohl, wie sparsam man mit einem solchen Prädikat umzugehen hat. Dieses Werk hält genau die glückliche Mitte. Wer die große zionistische Literatur, wer insbesondere die Schriften- Theodor Herzls selbst, seine Aufsätze, seine Tagebücher, seinen Judenstaat' vor allem und den Roman ,Alt-Neuland', wer zugleich seine schöngeistige Produktion' — Dramen und Feuilletons, die »Spanischen Reisebriefe' und das ,Palais Bourbon — genau kennt, wird dem Verfasser dieser Biographie sorgsamste Beachtung des gesamten verfügbaren Materials bestätigen. Und wer den meteorgleichen Aufstieg Herzls am Himmel der jüdischen Welt, und übrigens auch der europäischliterarischen des fin du siede, kennt, wer zudem mit den dramatischen Anfangsjahren des großen Epos vertraut ist, das da moderner Zionismus heißt, wird bestätigen, daß in diesem Buch an keinem wesentlichen Umstand von bedingender fcraft, an keinem geistigen, literarischen, jüdischen, politischen Motiv vorbeigegangen wurde, sofern es das Sein und Werden jener singulären Erscheinung formend beeinflußte. Das ist überhaupt der Vorzug dieses schönen Buches: es zeigt, daß nicht nur die Natur, sondern auch das Leben der bedeutenden Männer aller Zeiten und Gemeinschaften, in deren vorderste Frönt ein Herzl gehört, ,noh facet saltus* —' ,keine Sprünge macht'. Mit Notwendigkeit folgte,, in seinem Leben, in seinem Wirken, die jeweils neue Stufe, die jeweils nächsthöhere, der vorangegangen. Mit Notwendigkeit wurde aus dem verwöhnten Kind der reichen Budapester jüdischen Bürgerfamilie der hoffnungsvolle junge Wiener Akademiker; aus ihm der brillante Journalist und Liebling der Musen, und, in weiterem Verfolg, der kritische, immer ernsthaftere Beobachter des gesellschaftlichen Geschehens. Mit Notwendigkeit wurde aus dem Beobachter der tatbereite Jude, der kämpfende Zionist. Mit Notwendigkeit ... so wie — derart gesehen — der Zionismus mit Notwendigkeit entstanden, wie — derart gesehen — Palästina, das ,Alt-Neuland' des Herzischen Traumes, mit Notwendigkeit gewachsen ist. »Wenn ihr wollt (sagte er in eben diesem Zukunftsroman) — ist es kein Märchen'. Es blieb kein Märchen; denn die, die sein Ruf erreichte, mußten wollen. Aus Notwendigkeit.« A. K. (»Israelitisches Familienblatt«, Berlin, 17. April 1935.) »Dieses Werk ist eine gründliche Leistung, fesselnd geschrieben und aufgebaut auf reichlichem Materialstudium. Wieder zieht das mächtige Drama dieses Lebens an uns vorüber; und wieder erleben wir erschüttert, die atembeklemmend aufsteigende Entwicklung dieser Persönlichkeit. Wir lernen gerade hier in Beins Biographie, die sich liebevoll mit den literarischen Anfängen Theodor Herzls beschäftigt, die Niederungen dieses Anfangs genau kennen.« F. W. (»Selbstwehr«, Prag, 26. April 1935.) »Die lange erwartete große Herzl-Biographie ist endlich erschienen und hat den bewährten Forscher Alex Bein zum Verfasser. (Fiba-Verlag, Wien.) Das Werk, das zu gleicher Zeit in hebräischer und deutscher Sprache erschienen ist und eine Fülle gut geordneten und übersichtlichen Materials bringt, läßt vor unseren Augen Theodor Herzl noch einmal erstehen. Alex Bein vermittelt uns in meisterhafter Weise auf Grund genauer Quellenkenntnis das Leben dieses größten Juden der Neuzeit. Es ist ihm gelungen, ein Bild Herzls zu zeichnen, das objektiv genug ist, um auch die schwachen Seiten dieses Mannes nicht zu verschweigen. Aber der Verfasser hängt mit Liebe an seinem Helden und an dem Ziele, dem er zustrebt. Und so ist auch die Biographie von Bein zu einem zionistischen Buch ersten Ranges geworden, das jedem Zionisten dringendst empfohlen sei. Denn es ist nicht nur eine Biographie Theodor Herzls, sondern auch die Geschichte des Zionismus, in seinen entscheidensten acht Jahren in diesem Buche geschrieben worden. Die zionistische Welt und alle, die sich mit der Geschichte unserer Bewegung, ihrem Werdegang beschäftigen und die auch die angegebenen Quellen und Nachweise zu schätzen wissen, schulden dem Verfasser herzlichsten Dank für sein Werk, das zu einem bedeutenden Denkmal für Herzl geworden ist. Möge die neue Herzl-Biographie von allen Zionisten gelesen werden, denn sie ist unentbehrlich zum Verständnis der ersten Jahre des politischen Zionismus und der Leistungen seines Schöpfers.« Wt. (»Das Jüdische Heim«, Zürich, 3. Mai 1935.)