Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 210 (sequence 4)
- Language
- German
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das 2. Quartal 1935 ist, wie bereits im 1. Quartal, auf 10.000 Tonnen bemessen worden, davon 9600 Tonnen Weizenmehl und 400 Tonnen Roggenmehl. Infolge der Sterling-Baisse hat amerikanisches Weizenmehl angezogen und fordert gegenwärtig pro Tonne loko bis zu 15 (im Vormonat: 14) £P; auch australisches Weizenmehl sucht davon zu profitieren, indem es pro Tonne loko bis zu 12 (im Vormonat bis zu/ 11) £P zu erzielen sucht. Indessen lassen sich diese Preise nur schwer durchsetzen, da der lokale Markt mit Ware reich versorgt ist und daher an sich zur Schwäche neigt. Roggenmehl bleibt sogar ausgesprochen matt und kommt höchstens auf 16 £P pro Tonne loko (nicht mehr als im Vormonat). Der neue Verband der Mehl-Importeure hat inzwischen seine Tätigkeit aufgenommen und bemüht sich um die Vereinheitlichung der Usancen, um eine Regelung des Marktes und um die Bekämpfung des direkten Mehl-Imports der Brotfabriken. Kolonialwaren: Infolge der Pfund-Deroute hat sich der Reis markt außerordentlich versteift. In Holland geschälte Ware, die man im Vormonat cif Jaffa- Haifa mit höchstens 11 bis 12 £P bezahlte, ist nicht unter 13 £P zu haben. Daher hat auch ägyptischer Reis sich befestigen können; »Benhrend glace« notiert pro Kantar ab Alexandrien etwa 1,100 £P. Hingegen tendiert das Z u c k e r geschäft immer noch zur Schwäche, da die bereits vorhandenen großen Bestände durch bedeutende neue Zufuhren aus Ägypten, Holländisch-Indien und der Tschechoslowakei vergrößert wurden. Loko pro Tonne werden nach wie vor für gemahlenen Zucker nicht mehr als 16,250 £P und für Würfelzucker höchstens 20 £P gezahlt. Was Tee betrifft, so wird bei nicht sehr lebhaftem Verkehr die in Palästina bevorzugte Standard- Qualität »Orange Pecco Nr. 5« pro englisches Gewichtspfund (453.3 Gramm) cif Jaffa- Haifa bis zu —,310 £P (unverändert) bezahlt. Wie stets zu Ende des Winters, ist das Geschäft in Kakao ziemlich still. International zur Baisse neigt Kaffee; auch auf dem Palästina-Markte sind daher die Notierungen nicht voll behauptet; »Rio Nr. 5« erreicht pro Tonne cif Jaffa-Haifa bis 44% (im Vormonat: bis 4534) £P- Eier: Infolge starker Inlandsproduktion haben die Preise erheblich nachgegeben. Pro 100 Stück erzielt das arabische Inlandsei nur noch —,225 (im Vormonat: —,250) £P, das jüdische Hühnerfarm-Ei durchschnittlich (bei je nach Größe differierenden Preisen) —,450 (im Vormonat: —,500) £P. In türkischer Ware trafen die ersten Zufuhren aus neuer Produktion ein und wurden pro Kiste von 1440 Stück mit 3 (zuletzt, Ende 1934, etwa 5) £P bezahlt. Reichlich angeboten sind ägyptische Eier und notieren pro Korb von 720 Stück bis zu 1,300 (im Vormonat: 1,400 bis 1,450) £P, während an syrischer Ware wenig vorhanden ist und rumänische und polnische Eier infolge des in den Produktionsgebieten herrschenden Winterwetters nicht vor Ende März erwartet werden dürfen. Butter, Margarine, Käse: Der Weltmarkt der Butter ist zurzeit wenig widerstandsfähig, so daß trotz des Pfundsturzes die Preise rückläufig erscheinen. Für den Palästina-Markt kommt noch hinzu, daß die Ankünfte reichlicher sind als je zuvor und daß durch die Betätigung von Außenseitern das Importeur-Kartell an Einfluß stark verloren hat. Pro 50 kg loko muß sich lettländische und litauische Butter mit 6 bis 6,100 (im Vormonat: bis zu 6,500) £P begnügen, während australische Butter, die allmählich an Markt verliert, 6,250 bis 6,500 £P (etwa unverändert) fordert. Dänische und österreichische Butter vertragen offenbar das palästinensische Klima nicht, so daß sie nicht als vollwertig gelten können und nur als Sekundaware zu dementsprechenden Preisen zu verkaufen sind. Ware aus Polen und der Ukraine ist gegenwärtig nur als Backbutter zu verwerten. Argentinische Ware bleibt augenblicklich dem Markte fern. Das Geschäft mit holländischer Butter ist noch nicht ganz