Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 208 (sequence 2)
- Language
- German
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Zement mit 267.824 (88.328) £P, Wollstoffe mit 244.272 (201.559) £P, Weizenmehl mit 224.636 (264.679) £P. Der auffällige Rückgang der Weizen- und Weizenmehl- Einfuhr resultiert daraus, daß die niefür bestehende Kontingentierungspolitik der Regierung im Jahre 1934 ziemlich restriktiv durchgeführt wurde, um die Verwertung der besonders reichlichen Inlandsernte zu begünstigen. Im Rahmen der Ausfuhr des Jahres 1934 interessieren als Warengattungen vor allem Orangen mit 2,448.118 (1933: 1,949.177) £P, Waschseife mit 69.368 (75.531) £P, künstliche Zähne mit 28.585 (23.674) £P, Wein mit 23.214 (22.270) £P, Oliven-Speiseöl mit 18.677 (20.786) £P. Der Rückgang der Waschseifen- und Olivenöl-Ausfuhr findet seine Erklärung darin, daß die arabischen Klein- und Mittelbetriebe, zumal in Nablus und Umgebung, ihren früheren ägyptischen Absatzmarkt heute großenteils eingebüßt haben und infolge ihrer technischen Rückständigkeit auf anderen Märkten nicht mehr konkurrenzfähig sind. Mit dieser Erscheinung, die man als »arabische Industriekrise« bezeichnen kann, kontrastiert das sich neuerdings lebhaft entwickelnde Auslandsgeschäft der jüdischen Gründung in der Öl- und Seifenindustrie, der »Shemen, Ltd.« in Haifa. Das Wirtschafts-Barometer: Marz 1935, Mönatsb er icht über den Palästina-Markt Geld- und Kapitalmarkt: Wie die kraftige Zunahme des palästinensischen Geldumlaufes zeigt — von 4,738.964 £P am 1. Jänner 1935 und 4,778.964 £P am 1. Februar 1935 sprunghaft auf 4,963.964 £P am 1. März 1935 (demgegenüber am 1. März des Vorjahres erst 3,684.664 £P) —, haben sich die konjunkturellen Aufstiegsmomente in letzter Zeit aufs neue verstärkt. Von sichtbarer Auswirkung sind vor allem die lebhafte Einwanderung und der damit verknüpfte Kapital-Import, die flotte Entwicklung des Fremdenverkehrs, die seit Abschluß der Hauptregenperiode wiederum nach Rekordziffern strebende Bautätigkeit, die hervorragenden Ernteaussichten. Demgegenüber treten die negativen Momente, wie die Enttäuschung der Orangenwirtschaft über das bisherige Preisniveau der laufenden Exportsaison und die Beunruhigung des Einfuhrhandels durch die Sterling-Baisse, völlig zurück. Die glänzende Konjunkturlage spiegelt sich auch im Kassenbericht der Regierung ab, deren »Surplus« von 4,078.292 £P am 1. Jänner 1935 nunmehr bereits auf 4,270.659 £P am 1. Februar gestiegen ist. Die wesentlichste praktische Folge von alledem für unseren Geld- und Kapitalmarkt ist das rapid wächsende Interesse der Londoner City an Palästina-Investierungen. Nach dem ausgezeichneten Ergebnis der neuen »Palestine Electric«- und »Palestine Potash«-Emissionen wird jetzt die schon im Vorjahr beschlossene Zwei-Millionen-£P-Anleihe der Palästina-Regierung zur Zeichnung gelangen, und die Stadt Tel-Äviv wird ihre Anleihe bei der »Prudential Insurance« nicht nur, wie zuerst vereinbart, in Höhe von 350.000 £P, sondern nunmehr von 1,000.000 £P aufnehmen. Das Vertrauen, das die vorsichtige, erfahrene >>City« dem Palästina-Aufbau entgegenbringt, hat im Lande selbst ein deutliches Echo gefunden. Die Kapitalanlage in Wertpapieren, insbesondere Obligationen und Vorzugsaktien, gewinnt an Popularität und es scheint, daß allmählich ein bedeutender Prozentsatz der Kapitalien, die heute noch kurzfristig bei geringster Verzinsung und volkswirtschaftlich so gut wie beschäftigungslos den Banken ins Depot gegeben sind, zu Effektkäufen dienen werden. Darauf gründet sich ja auch der neueste Plan der Regierung, von einer demnächst zu emittierenden abermaligen Zwei-Millionen-£P- Anleihe 800.000 £P für palästinensische Kapitalisten zu reservieren. Während also der Regierung, den Kommunen, den Konzessionsgesellschaften, den größeren Industrie-