Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Die Lebenshaltung in der Kwuzah und ihre Struktur
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 175 (sequence 5)
- Language
- German
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Faktoren, die gerade für die Kwuzah als Kollektiv gelten, außer acht läßt. In Wirklichkeit ist der Realnutzen des Ernährungsaufwandes wesentlich höher als er sich nominell ausdrückt. Es ist zu berücksichtigen, daß beim Kollektivarbeiter der Kwuzah die gemeinsame Lebensweise den Nominalaufwand für Ernährung je Kopf bedeutend verringert. Man kann die Kwuzah als eine große Familie mit gemeinsamer Versorgung betrachten. Und es leuchtet ohne weiteres ein, daß — bis zu einer gewissen Optimalgrenze — sich die Kosten der Pro- Kopf-Ernährung verhältnismäßig um so stärker ermäßigen, je größer die Familie ist. Die Ernährungskosten sind in ihrer Beziehung zu der Personenziffer degressiv, keineswegs aber proportionell. Dabei dürfen die Einsparungen, die sich aus der gemeinsamen Küche ergeben, nicht unterschätzt werden. Darüber hinaus bewirkt der Einkauf vieler Produkte in größeren Mengen, zudem hauptsächlich in zentralisierter Form, eine wesentliche Verbilligung des Ernährungsaufwandes bei der Kwuzah. Auch die Versorgung aus der Eigenproduktion spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle im Sinne einer Beeinflussung der nominellen Gesamthöhe im Ernährungsaufwand. Die für die Deckung des Eigenbedarfs entnommenen Produkte aus der Eigenproduktion (Milch und Milchprodukte, Eier, Gemüse usw.) erscheinen in den Haushaltsbüchern meist zu Werten, die keine Marktpreise sind, so daß der eigentliche Baraufwand geringer erscheint, als er sonst hätte erscheinen müssen. Allerdings sind die zurückbehaltenen Mengen aus der Eigenerzeugung für den Selbstverbrauch größtenteils geringerwertige und mehrfach aussortierte Produkte, so daß deren Preisäquivalent natürlich niedriger angesetzt werden muß als der erzielte Marktpreis für die verkauften Warensorten in ausgewählt höherer Qualität. Immerhin erhellt der Einfluß der Eigenproduktion auf den Gesamtaufwand der Ernährung in der Kwuzah schon aus den folgenden Anteilziffern: So deckt die Eigenerzeugung den Eigenbedarf in Ain Charod zu nicht weniger als zu 29%, in Gan Schmuel zu 24.3%, in Geva zu 22%, in Tel-Josef zu 21.1%, in Hascharon zu 20.5%, in Beth-Alfa zu 16.3%, in Mischmar Haemek zu 14.6% und in Sarid zu 11%. Als zweitwichtigster Ausgabeposten folgen — in bedeutendem Abstand hinter der Ernährung — die Aufwendungen für den medizinischen Bedarf. Sie setzen sich zusammen aus den regelmäßigen Abgaben an die Krankenkasse der Histadruth und aus besonderen Ausgaben, die aus einzelnen Krankheitsfällen resultieren. Die Höhe der letzteren vermag die Gesamthöhe dieses Etatpostens wesentlich zu beeinflussen, abhängig von der Art und Dauer des jeweiligen Krankheitsfalles, der besondere ärztliche Behandlung beansprucht. Für die Differenzierungen in dem Aufwand für medizinische Hilfe in den einzelnen Kwuzoth sind auch lokalgegebene Verhältnisse mitunter maßgebend (z. B. Gebiete mit häufigen Malariafällen usw.). Beim drittwichtigsten Ausgabeposten, Bekleidung, ist zu beachten, daß die Abweichungen in der Höhe des Aufwandes zum Teil darauf beruhen mögen, daß in einigen Kwuzoth die eigenen Werkstätten zur Herstellung von verschiedenen Bekleidungsgegenständen in der Be-