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Palästina · 1935-03-01 · Heft 3 (März 1935) · p. Seite 146

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 3 (März 1935)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
Date
1935-03-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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tiefen Gedankensystem aufgebauten Bewegung keine seltene Erscheinung. In der Periode nach dem Weltkrieg waren es besonders die Vereinigungsverhandlungen zwischen den beiden Parteien »Achdut Haavoda« und »Hapoel Hazair« und dann der Zusammenbruch der großen Baukooperative »Solei Bone«, die zu schweren Auseinandersetzungen Anlaß gaben und die öffentliche Meinung innerhalb der Arbeiterschaft fange Zeit in Spannung hielten. Doch verblassen jene Ereignisse in einem starken Maße, wenn man sie mit den stürmischen Kämpfen vergleicht, die sich gegenwärtig innerhalb der Masse der um. die Histadruth organisierten Arbeiterschaft abspielen und für die Zukunft der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina in mancher Beziehung entscheidend werden können. Die Vorgeschichte dieser Kämpfe mag in großen Zügen als bekannt vorausgesetzt werden. Wir haben in unserer letzten Rundschau auf die bis zur llnerträgJichkeit zugespitzten Gegensätze zwischen der Mitgliedschaft der Histadruth und zwischen den Revisionisten, insbesondere der zahlenmäßig nicht besonders bedeutenden revisionistischen Arbeiterschaft und auf die sich daraus ergebende Gefahr eines Bürgerkrieges in Palästina hingewiesen. Es mehrten sich erschreckend Fälle von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern, in gewissen Fällen schien es sogar, als ob die sonst strenge Disziplin innerhalb der Histadruth gelockert wäre und die an die Arbeiterschaft gerichteten Aufforderungen, sich nicht zu Gewalttätigkeiten provozieren zu lassen, nicht mehr das gehörige Verständnis zu finden vermochten. Ein eklatanter Beweis dieser Geistesverfassung war der schwere Zusammenstoß anläßlich der Revisionisten Versammlung in Haifa, der allerdings seitens der leitenden Organe sowohl der Histadruth, als auch der Jüdischen Arbeiterpartei Palästinas auf das schärfste verdammt wurde. Die Überzeugung, daß diesem Zustand ein Ende bereitet werden muß, griff letztens immer mehr um sich. Das vor einigen Monaten erfolgte Friedensangebot der Revisionisten wurde allerdings fast einmütig als ein unernstes taktisches Manöver abgelehnt, doch nahm kurz darauf die Jüdische Arbeiterpartei Palästinas die Initiative in ihre Hände, indem sie in einer öffentlichen Proklamation alle verantwortlichen Elemente im Zionismus aufforderte, der gegenseitigen Bekämpfung ein Ende zu machen und alle Kräfte für die beschleunigte Aufbauarbeit zusammenzufassen. Als eine Konsequenz dieser Proklamation mögen die Friedensverhandlungen betrachtet werden, die in London zunächst mit dem Weltverband der Algemeinen Zionisten und hierauf mit den Revisionisten angebahnt wurden. Formell wurden die Verhandlungen allerdings durch die Zionistische Exekutive geführt, tatsächlich aber galten sie, insbesondere soweit es sich um Verhandlungen mit den Revisionisten handelt, von aller Anfang an als ein Schritt der Histadruth, die übrigens in einem der drei Hauptbestandteile des Abkommens mit den Revisionisten (Abkommen über Vermeidung von Gewaltmethoden, über die Regelung der Arbeitsbeziehungen und über die Stellung der Revisionisten innerhalb der Zionistischen Weltorganisation) auch direkt als Verhandlungspartner auftrat. Daß also trotz dieser im großen und ganzen vorhandenen psychologischen Grundlage für die Friedensverhandlungen, der schließlich mit den Revisionisten unterfertigte Vertrag eine derartige gewaltige Empörung innerhalb der Arbeiterschaft auslöste, ist auf eine Reihe von Momenten prinzipieller, zum Teil auch praktischer Natur zurückzuführen, die wir hier nur ganz kurz anführen wollen, umsomehr, als wir in der Folge auf die Hauptargumente der Gegner des Abkommens noch zurückkommen werden. Es mag zunächst die beängstigende Eile sein, mit der sich die Ereignisse überstürzten, die die Sachlage komplizierte. Kaum wenige Tage waren vorbei, seitdem auf der Tribüne der verschiedensten Beratungen und Zusammenkünfte die abgrundtiefe Kluft zwischen der in der Histadruth organisierten Arbeiterschaft und den Revisionisten immer wieder her-

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