Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 143 (sequence 7)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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Wieviel an Restbeständen für die nächste Saison verbleiben wird, ist noch nicht ganz zu übersehen. Gut behauptet erscheint M ö b e 1 h o 1 z, bei flotten Umsätzen auf der Preisbasis des Vormonats (Sperrholz-Furniere durchschnittlich 12 £P pro Kubikmeter loko). Bei anhaltend großem Import, aber auch kräftig zunehmenden Umsätzen, hat der Bauholz markt nach gewissen Schwankungen in der dritten Februarwoche ein Preisniveau aufzuweisen, das etwas über den Notierungen des Vormonats liegt. Pro Kubikmeter loko erzielen weiße Fichten- und Tannenbretter 2,750 bis 2,800 (Vormonat 2,600 bis 2,700) £P, weiße Kiefernbretter 5,250 (Vormonat 5) £P, weiße Kiefernpfosten 4,750 (Vormonat 4,300) £P, Buchenbretter und Buchenpfosten 5,250 (Vormonat 5) £P. Zement und Baukeramik: Starke Zufuhren aus Enngiand, Jugoslawien, Griechenland und d'er Sowjetunion haben die in Haifa lagernden Vorräte ausländischen Zements auf gegenwärtig 30.000 Tonnen erhöht. Der Markt reagiert jedoch nicht ungünstig darauf, sondern bewilligt für schnellibindenden Zement bis zu 3,400 £P pro Tonne loko, da für die nächsten Monate mit starker Belebung der Bautätigkeit gerechnet wird, angesichts zahlreicher neuer öffentlicher und' privater Bauprojekte. Die erweiterte »Nescher«-Produktion wird nach neuesten Informationen erst im Mai einsetzen. Viel Aufsehen erregt der soeben bekanntgewordene Plan einer zweiten palästinensischen Zementfabrik; der Tel-Aviver Ingenieur Mann will sie im judläischen Gebirge an der Straße Jaffa—Jerusalem errichten und beabsichtigt, auf einer Kapitalbasis von 250.000 £P, den Baubeginn im Mai. Was Baukeramik betrifft, interessieren nach wie vor hauptsächlich tschechoslowakische und ungarische Kacheln und belgische Kunststeinplatten. Eisen: Die fünf größten Importfirmen von Baueisen (Träger, Winkel- und Formeisen, Rundeisen) haben soeben eine gemeinsame Einfuhr- und Großhandelszentrale errichtet, die »Ghewra l'Machirath Barsei, Ltd.« mit dem Sitz in Tel-Aviv. Der Markt tendiert augenblicklich sehr fest. Für Eisenträger bewilligt man bis 7,500 (Vormonat 7,200) £P, für Rundeisen (zur Betonarmderungi) von 7,900 (Vormonat 7,500) £P an aufwärts, für warmgewalzten Draht bis 8 (Vormonat 7,700) £P, alles pro Tonne loko. Die Nachfrage nach Wellblech hat im Hinblick auf den bevorstehenden Abschluß der landwirtschaftlichen Winterpause nunmehr wieder lebhaft eingesetzt, bei vorläufig, infolge von Schiffsverspätungen, noch fehlendem Material. Auf der anderen Seite ist das Geschäft in Bandeisen zum Beschlagen der Zitruskisten jetzt im wesentlichen absolviert. Die Gußrohre aus den Haifaer Kr emener-Werken haben sich im Handel und Bedarf gut eingeführt. Von großer Tragweite ist die soeben vollzogene Errichtung eines die wichtigsten Spezialfirmen umschließenden Badewannen-Importsyndikats, das demnächst auf die Gesamtheit des sanitären Installationsbedarfs ausgedehnt werden soll. Nichteisen-Metallwaren: Bei angeregtem Import und normalem Verbrauch neigen Halbfabrikate aus Kupfer und Messing, hauptsächlich aus Belgien und England kommend, gemäß internationaler Tendenz zur Schwäche, während Halbfabrikate aus Aluminium (aus der Schweiz, Norwegen, Belgien), Zink (Belgien) und Blei (Belgien) unverändert sind. Nach langen Vorbereitungen ist nunmehr der Aufbau des ersten modernen Großbetriebes der palästinensischen Armaturenindustrie gesichert; er wird seinen Standort in Tel-Aviv haben und voraussichtlich schon im Spätsommer seine Tätigkeit aufnehmen, zunächst auf der Basis der Verarbeitung von importiertem Messinggiuß, bis schließlich auch einmal der Plan eines palästinensischen Kupfer- und Messingwerkes sich verwirklichen wird.