Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
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Immigranten-Kapital ■weiter anwächst, hat ferner bewirkt, daß die beiden großen Palastina-Aktien-Emissionen des Londoner Kapitalmarktes im Februar 1935, die 350.000 £P 5^2%igen Vorzugsaktien der »Palestine Potash Co., Ltd.« (zum Zeichnungskurse von 102J/2%) und die je 600.000 £P Stammaktien und Vorzugsaktien der »Palestine Electric Corporation, Ltd. (Ruternberg)« (zum Zeichnungskurse von 125%) auch die denkbar leibhafteste Beteiligung der palästinensischen Investierungsinteressenten fanden. Da der Abbau des Anleihezinsfußes wohl noch fortschreiten wird, so läßt sich annehmen, daß in nicht ferner Zeit auch palästinensische Stadtanleihen dem einheimischen Markte als lukratives Papier werden offeriert werden können, ohne den Zinsfuß von 3J4%, den kürzlich die Stadt Tel'-Aviv für ihre 350.000 EP-Anleihe bei der Londoner »Prudential Insurance Company, Ltd.« erwirkte, nennenswert zu überbieten. ' Um den Gedanken der Sparsamkeit in weiteste Bevölkerungsschichten hineinzutragen und damit insbesondere an die Jugend zu appellieren, veranstaltete der Verband der jüdischen Spar- und Kredit-Genossenschaften am 19. Februar einen volkstümlichen allgemeinen »Spar-Tag«. Zitrus-Früchte: Bis zur dritten Februar-Woche hat der Export in der laufenden Saison rund 4^ (im entsprechenden Abschnitt der Vorjahrssaison V/z) Millionen Kisten erreicht. Voraussichtlich werden in dieser Saison überhaupt insgesamt 6J4 Myiionen Kisten zum Export gelangen; ursprünglich hatte man mit 6l/z Millionen gerechnet, doch haben die letzten schweren Stürme zahlreiche Früchte beschädigt, die daher als »Brara« nur noch für den Iolandsverbraueh zu verwenden und vom Exportquantum abzuziehen sind. Nach wie vor ist England der weitaus stärkste Käufer, freilich immer noch nur zu recht enttäuschenden Preisen, nämlich nach — Liverpooler Notierung — für Orangen bis zu 10 (im Vormonat bis zu \2lA) englische Shilling pro Kiste und für Grape-Fruits bis zu 14 (unverändert). Diese Preise bedeuten, daß der Exporteur durchschnittlich 1 engl. Shilling pro Kiste einbüßt. Eine Erholung des Marktes könnte eintreten, wenn das Frostwetter, das soeben Spanien heimgesucht und nach den ersten Meldungen rund 15% der dortigen Apfelsinen-Ernte vernichtet hat, tatsächlich zu einer fühlbaren Verminderung des spanischen Konkurrenz-Angebotes auf dem englischen Markte führen sollte. Man erinnert sich an eine ganz ähnliche Situation im Jänner 1934, wo bereits einmal der spanische Frost zu einer kräftigen Preiserhöhung für Palästina-Orangen führte. Was Holland betrifft, so hat es nunmehr in der Tat den ZollSzusohlag von 2 Cents pro Kilogramm abgeschafft und erhebt nur noch den Wertzoll! von 13%. Bis Anfang Februar sind 104.000 Kisten nach Holland gegangen: Der deutsche Markt hat bis Anfang Februar 140.000 Kisten aufgenommen und bewilligt pro Kiste den günstigen Preis von 16 bis 17 Reichsmark. Kompliziert sind allerdings die Zahlungsmodiali täten, die auf dem sogenannten »Warburg<-Abkommen« beruhen und von den auf ihr Geld wartenden Exporteuren ziemlich viel Geduld verlangen. Besser als im Vorjahr entwickelt sich das Geschäft nach den skandinavischen Ländern. Auch Frankreich kauft relativ gut und hat bis Anfang Februar 55.000 Kisten abgenommen. Rumänien wird das Import-Kontingent von 108.000 Kisten, das es wie im Vorjahr für Palästina-Orangen konzediert hat, nunmehr bald erfüllt haben. Sehr enttäuschend verläuft das Geschäft nach der Tschechoslowakei, die keinerlei devisenpolitisches Entgegenkommen zeigt, und nach Österreich, das einseitig die italienischen Apfelsinen begünstigt. Interessant ist, daß die Sowjetunion, die in der Vorjahrssaison im ganzen 12.000 Kisten kaufte, diesmal das gleiche Quantum bereits bis Anfang Februar bezogen hat, so daß mit einer Verdoppelung des Rußland- Geschäftes zu rechnen ist. Um die Auslandspropaganda für Palästina-Orangen zu verstärken, hat die Regierung die Propaganda-Exportabgabe von V/2 auf 2 Mil