Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Das Wasserproblem Palästinas
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
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ist es außerordentlich schwer, in den meisten Fällen, zu sagen, ob bei den großen palästinensischen Verwerfungsquellen nicht neben dem noch zu besprechenden Schichtwasser auch Karstwasser beteiligt ist. Wie dem auch sei, für die Praxis ist wichtig zu wissen, daß im Innern des Kalkgebirges Wasser-Rinnsysteme herrschen, welche, soweit sie nicht als Quellen zu Tage treten, in irgendeiner Form in größerer Tiefe verschwinden, dem Lande also bisher nicht zugeführt wurden. Die Erforschung dieses Wassers ist mit gewöhnlichen geologischen Methoden nicht durchzuführen. Nur in gewissen Fällen läßt sich die Herkunft des Wassers durch Färbversuche nachweisen. Eine solche Möglichkeit besteht meines Erachtens bei den Quellen zwischen Metullah und Kfar Gileadi, deren Wasser vielleicht von der Senke Merj-Ayun in Syrien stammt. Das Regenwasser, welches in der Merj-Ayun eindringt, würde in diesem Falle als unterirdischer Karstwasserstrom bei Kfar Gileadi wieder zu Tage treten. Eine Möglichkeit, das Karstwasser im Gebirge zu studieren, besteht vielleicht in den noch zu besprechenden geophysikalischen Methoden. Es darf aber an dieser Stelle gesagt werden, daß — was Karstwasser anbelangt — bis heute brauchbare Resultate auch mit diesen Hilfsmitteln nicht erzielt wurden. So scheidet die Karstwasserfrage im Augenblick für die Praxis aus. (C) S c h i c h t w a s s e r. Die geologischen Formationen, welche man im ganzen Lande begegnet, und die zum Beispiel aus Sanden, Kiesen, Tonen, Mergeln, Kalksteinen, Dolomiten, Basalten usw. bestehen, haben verschiedene Eigenschaften, entweder das eindringende Regenwasser aufzuhalten oder durchzulassen. Man unterscheidet daher durchlässige und undurchlässige Schichten und, wo überall man im Lande bohrt, werden je nach dem Durchlässigkeitscharakter der Schichten die einen mehr oder weniger Wasser abgeben, die anderen trocken bleiben. Wasser, welches aus solchen mit Wasser erfüllten Schichten gewonnen wird, nennen wir also Schichtwasser, und wenn es in Form von Quellen zu Tage fließt, Schichtquellen. Da alle die eben genannten Gesteinsarten mit ihrem Schichtwasser in den verschiedensten Formationen vorkommen, so unterscheidet man je nach dem Alter dieser Formationen verschiedene Grundwasserhorizonte (water - strata, water - table). Schließen wir in unsere Betrachtung nur das heutige Palästina ein, so kann man acht Grundwasserhorizonte auseinanderhalten. I. Horizont. Der praktisch gesprochen tiefste und älteste Grundwasserhorizont gehört der Unteren Kreide an. Nur an wenigen Stellen des Landes kommt die untere Kreide, und zwar in ganz unbesiedelten Gegenden von wüstenhaftem Charakter zu Tage, so zwischen