Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 111 (sequence 3)
- Language
- German
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dem und aktuellem Interesse. Gerade hier hätten allerdings die landwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaften Palästinas, die gegenwärtig wohl das konsequenteste, am weitesten ausgebaute und lebendigste System freiwilliger landwirtschaftlicher Kooperativen darstellen, mit ihren mannigfaltigen lehrreichen Ergebnissen auf allen vom Verfasser behandelten Gebieten eine weit eingehendere Behandlung im Texte verdient. Anstatt dessen werden sie nur in einer Anzahl von Anmerkungen erwähnt, in denen meist die bekannte Literatur (Ruppin, Bonne, Oettinger) zitiert wird. Das ist vielleicht dem Umstände zuzuschreiben, daß das Werk 1934 in einem deutschen Verlage erschienen ist, vielleicht aber auch dem Gefühle, daß die Erfahrungen jüdischer Siedler in Palästina nicht ohne weiteres auf andere Länder zu übertragen sind. Das trifft aber doch nur dort zu, wo es sich um ideologische Momente handelt. Jedenfalls wäre es erfreulich, wenn einer der zahlreichen tüchtigen Nationalökonomen, über welche die zionistische Bewegung innerhalb und außerhalb Palästinas verfügt, den Anlaß ergreifen würde, um die Entwicklungen, Formen, Wege und Ergebnisse der landwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaften Palästinas in einer eingehenden Monographie darzustellen. Dr. Ludwig Neumann. Bc Oholei Midbar. Von Asis Effendi (Bar Adon). Mit 4 Bildtafeln, Verlag Stibel, Tei-Aviv, 1930. — Dieser Verlag erweitert die Sammlung seiner fol'kloristischen Zeugnisse über das Löben der Araber und der Beduinen durch die Ausgabe gesammelter Aufsätze von Bar Adon unter dem Titel: »In den Zelten der Wüste.« Bar Adon, eine eigenartige Erscheinung der palästinensischen Gemeinschaft, in der leidenschaftliehen Bewegung des Aufbaus verwurzelt hat selbst viele Jahre als einfacher Hirte unter den Beduinen gelebt, denen er brüderlich verbunden wurde und blieb. Aus der innigen und reichen Erfahrung dieses Wüstenlebens bringt Bar Adon unter seinem Hirtennamen Asis eine Fülle kurzer Skizzen, die in einfacher Treuherzigkeit Erinnerungen, Schilderungen und Charakterstudien geben, aus denen ein abgerundetes und lehrreiches Bild des täglichen Lebens der Beduinen, ihrer Gesetzeseinrichtungen und ihrer religiösen Vorstellungen, ersteht. Für die jüdische Welt Palästinas, zumal für die Jugend, sind solche Bücher von großem Wert und erzieherischer Wichtigkeit. Das hat auch sicherlich der Verfasser selbst empfunden, wenn er einen interessanten Abschnitt über das Verhältnis zwischen Juden und Beduinen der Jugend von Kfar Gieadi und Tel-Chai widmet. Das Nachbarvolk kennen zu lernen, seine Liebe und seinen Haß zu verstehen, sein Lachen und seine Tränen, ist die unerläßliche Bedingung für ein menschlich freies Zusammenleben. Wie sollten wir Juden, durch Jahrhunderte vom Unverständnis der Völker verfolgt und verleumdet, nun unsrerseits auf die Probe gestellt, hier nicht Brücken schlagen und Schranken öffnen wollen? In diesem Sinne ist Bar Adons Buch als pädagogisches Mittel und Manifestation des jüdischen Friedenswillen zu begrüßen und zu fördern. Dr. R. St. Kirjath Sefer, Nr. 4, Jerusalem. — Dieses Heft der bibliographischen Zeitschrift der Universitätsbibliothek enthält außer den regelmäßig erscheinenden Nachrichten der Bibliothek, der Bibliographie der Palästina-Drucke sowie der in aller Welt erscheinenden Hebraica und Judaica, eine Reihe von ausführlichen Besprechungen wichtiger Bücher aus verschiedenen Wissensgebieten, die in letzter Zeit erschienen sind. Die Rezensionen wurden verfaßt von: B. Schochetmann, N. Braun, S. Ch. Kuck, H. Berg-