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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 109

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
[Rezension]
Date
1935-02-01
Page
Seite 109 (sequence 1)
Language
German
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BESPRECHUNGEN. 109 Groß' lind Kleinbetrieb in der Siedlung, von Ludwig Oppenheim er, Verl. v. Gustav Fischer in Jena, 1934, XVI -f* 378 S., brosch. RM 15.—, geb. RM 17.—. — Franz Oppenheimer, der Vorkämpfer des »liberalen Sozialismus«, verbringt seinen Lebensahend — sicher nicht müßig — in Rechoboth. Inzwischen setzt sein Sohn und Schüler den Kampf für die landwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaften fort, den der Vater vor vierzig Jahren begonnen und seither unablässig geführt hat. Franz O. sieht bekanntlich den organisatorischen Idealtypus der landwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaft darin, daß die für die technisierte Massenerzeugung geeigneten Produktionen in einer genossenschaftlich zentralisierten Großwirtschaft geleistet werden, in der die Genossen unter einem mit weitgehender Autorität ausgestatteten Wirtschaftsleiter arbeiten und an deren Ertrag sie (zur Erhöhung ihrer Hingabe an den Betrieb) verhältnismäßig zu ihrer individuellen Leistung beteiligt werden. Daneben aber sollen die Genossen (als welche auch die notwendigen Handwerker und Leister persönlicher Dienste aufzunehmen sind), für den eigenen Bedarf und für jene Produktionen, die eine intensive individuelle Bearbeitung erfordern, kleine Individualwirtschaften erhalten. Ol ist im Verlaufe seiner wissenschaftlichen Entwicklung dazu gelangt, in der planmäßigen Ersetzung des gesamten Großgrundbesitzes durch solche Genossenschaften, die sodann für jeden Interessenten frei zugänglich sein sollen, die Gesamtlösung der sozialen Frage zu erblicken; denn dieses System ist nach seiner Lehre allein imstande, Bauernnot und Landflucht zu beseitigen, die Produktionsfähigkeit der Landwirtschaft außerordentlich zu steigern, gleichzeitig aber auch der industriellen Ausbeutung ein Ende bereiten, da jeder von ihr Bedrohte die Möglichkeit hat, sich ihr durch Eintritt in eine ländliche Siedlungsgenossenschaft zu entziehen. Auf diese Weise könnte ohne gewaltsamen Umsturz und ohne kommunistischen Zwangsapparat bei Aufrechterhaltung der vom Liberalismus geforderten persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit gleichzeitig die Existenzsicherung und rechtliche Gleichheit verwirklicht werden, die der gegenwärtige Kapitalismus der Menschheit nicht zu bringen vermag. Es ist hier nicht der Ort, eine Auseinandersetzung mit der sozialen Gesamttheorie Oppenheimers durchzuführen. Dagegen kann nicht bestritten werden, daß sein System die besten bis jetzt vorgebrachten Vorschläge zur Durchführung der Innenkolonisation in Mitteleuropa darstellt. Ihre Brauchbarkeit für diese Verhältnisse ist auch durch die praktischen Versuche bewiesen worden, welche die von O. gegründete »Siedlungstreuhandgesellschaft« in Deutschland unternommen hat, vor allem auf dem 1920 erworbenen Gut »Bärenklau«. Das Scheitern des schon viel früher (1911) in Palästina unternommenen Experimentes, dem Merchawja seine Entstehung verdankt, kann nicht als Gegenbeweis angeführt werden. Denn abgesehen davon, daß es sich hier um eine unter den ungünstigsten natürlichen und politischen Umständen vorgenommene Neubesiedlung handelte (und nicht um die Umwandlung immerhin schon vorhandener Großwirtschaften unter rechtlich gesicherten Verhältnissen) stellten und stellen die jüdischen Sied-

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