Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 103

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Direktor Agr. Wilkansky über die Aussichten der Landwirtschaft [Nachricht]
Date
1935-02-01
Page
Seite 103 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379926-2379929-2403528--19546-2403711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Insoweit also nicht Monopolprodukte für den Weltmarkt kultiviert werden, dürften sich daher kleine, möglichst autark organisierte Mosaikwirtschaften, die sich in erster Linie selbst versorgen und nur eine geringe Verkaufsproduktion an den Markt bringen, als die gesündesten und krisenfestesten erweisen. Derartige Betriebe könnten in ihrer größeren Unabhängigkeit vom Markt und den Unabsehbarkeiten seiner Entwicklung zu Zehntausenden existieren und eine breite landwirtschaftliche Siedlung&basis bilden. Fruchtimport und Obstzucht* Ober die Entwicklung cles Fruchtinuportes teilte Herr A. Kouris, Inhaber der Firma (»Moshe Kouris Sons«), einer der größten Importfirmen überseeischer Früchte, einem Vertreter der »Palnews«-Redaktion mit: Mit dem Anwachsen der Einwanderung und der jüdisch-europäischen Bevölkerung hat sich der palästinensische Frucihümarkt außerordentlich stark entwickelt. Das Ansteigen des Importes wird durch folgende Ziffern illustriert (in £P): 103 1931 1932 1933 1934 1. Halbjahr Rohe Äpfel....... 22.559 30.818 44.689 43.058 Andere frische Früchte . . . 14.225 15.566 28.740 30.725 Insgesamt . . 36.784 46384 73.429 73.783 Im 1. Halbjahr 1934 hat der Import frischer Früchte die Vorjahreshöhe von 73.000 £P also bereits erreicht, so daß für das ganze Jahr 1934 mit einem Import frischer Früchte in Höhe von ungefähr 150.000 £P zu rechnen ist. In der Hauptsache werden Äpfel, daneben Birnen, Pflaumen;, Pfirsiche, Kirschen usw. importiert. Äpfel kommen vor allem aus den Vereinigten Staaten, Italien und der Türkei, andere frische Früchte zu einem sehr großen Teil aus Syrien und Cypern (Kirschen). Die importierten Früchte werden sehr weitgehend in den vier großen Städten des Landes, Tel-Aviv, Jerusalem, Haifa und Jaffa, konsumiert. Was die Aussichten zur Kultivierung von Früchten im Lande, die den Import ersetzen, anbetrifft, so werden gerade in letzter Zeit große Anpflanzungen von Früchten mit jährlichem Blätterwechsel vor allem im Gebirge vorgenommen. Pflaumen und Pfirsiche werden bereits mit Erfolg kultiviert und es ist zu hoffen, daß es im Laufe der Zeit gelingt, den Import zu ersetzen. Mit Äpfeln und Birnen sind bis jetzt keine bestimmten Resultate erreicht, ein vor einer Reihe von Jahren in Petach Tikwa unternommener Versuch der Anpflanzung von Äpfeln auf einer Fläche von 100 Dunam scheiterte, da die Bäume von Würmern zerfressen wurden. Es ist aber möglich, daß die jetzigen Versuche, die besonders im Gebirge unternommen werden, gelingen. Das Gebirgsklima ist für Früchte mit jährlichem Blätterabfall günstiger. Wenn die Versuche gelingen, eröffnen sich für die palästinensische Fruchtproduktion glänzende Aussichten. Es steht ihr nicht nur der in starkem Maße aufnahmefähige palästinensische Markt offen, sondern auch der ägyptische, da Ägypten infolge seines milden Klimas sichkaum für den Anbau von Früchten mit jährlichem Blätterwechsel eignet. Die starken Regengüsse. Man fürchtet, daß die Regengüsse den schweren Böden zuviel Feuchtigkeit zugeführt haben. Im Süden und Norden von Tel-Aviv sind die Abschwemmungen nicht so stark, wie in der Scharonebene. Größere Schäden verursachte der Südwestwind, der vor . dem Regen (am 29. Dezember) ausbrach. Er trocknete die Bäume in den Pardessim aus, ähnlich wie es der »Charbin« (trockener Wind) im Oktober getan hat. Er hatte den Abfall von Früchten von den trockenen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.