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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 101

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Direktor Agr. Wilkansky über die Aussichten der Landwirtschaft [Nachricht]
Date
1935-02-01
Page
Seite 101 (sequence 2)
Language
German
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nicht möglich sein, die Menschen in der Landwirtschaft zu halten. Wilkansky sieht neben der Selbstversorgung in einem Nettogeldeinkommen von £P 80.—- -das Minimaleinikommen eines landwirtschaftlichen Betriebes. Auch die übrigen Produktionskostenfaktoren sind im großen und ganzen feste Größen; die kaum wesentlich herabgesetzt werden können. Die einzige Verbilligungsniöglichkeit besteht in der Erweiterung der Produktion im Rahmen der gegebenen Kapazität «der Betriebe, das heißt der Boden- und Arbeitskapazität. Dagegen würde zusätzliche Inanspruchnahme fremder Arbeitskräfte, vermehrte Maschinenverwendung oder der Zukauf von Futtermitteln die Rentabilität der Betriebe gefährden, da es äußerst zweifelhaft ist, ob der Verkauf der Mehrprodukte die erhöhten Baraurwendungen auf die Dauer bezahlt macht. Einzelwirschaften auf autarker Grundlage. Solange die Weltagrarkrise nicht überwunden ist und die jüdische Landwirtschaft nicht neben den Zitrusfrüchten andere Produkte mit Monopolcharakter und gesichertem Auslandsabsatz züchten kann, befürwortet Wilkansky bei Neuanlage von Betrieben, einer Form den Vorzug zu geben, bei der der laufende Geldbedarf so niedrig wie irgend möglich ist. Fremde Arbeitskräfte sind vollständig zu vermeiden; desgleichen die Verwehdung von Maschinen, so daß nur so viel für den Markt produziert werden muß, wie. für laufende Produktionsausgaben und die dringendsten Ausgaben privater Art (Kleidung, Erziehung, Beiträge zu öffentlichen Kassen, Licht und Wasser) erforderlich ist. Um wie vieles geringer die Geidausgaben in einem solchen maschinenlosen Kleinbetrieb selbst im Anfangsstadium sind, sei aus folgenden Grenzbeispielen ersichtlich gemacht: Geldbe darfei nerNormal-undmaschinenlosen Kl ei n w irtschaft. Maschinenloser Normalbetrieb (Versuchs-) Betrieb im Anfangsstadium (15 Dunam, (100—150 Dunam, bewässert) unbewässert) c Kapitalaufwand ohne Bodenkosten £P 300.— £P 700.— Jährliche Geldausgaben « 45.— « 175.— Hievon für Betriebsausgaben « 6.— « 98.— Wenn auch die beiden Beispiele nicht voll vergleichbar sind, ist doch jedenfalls zu erkennen, daß die Geldäusgaben für den maschinenlosen, autarken Betrieb nur einen Bruchteil der Geidausgaben für den Betrieb bei einer Normalwirtschaft ausmachen und seine Krisenfestigkeit daher sehr hoch ist, Extensivwirtschaft und Getreidebau. Obwohl das- Getreideversorgungsdefizit Palästinas ein außerordentlich hohes ist und sich 1933' auf etwa 1 Million £P belief, kommt der Getreidebau als Grundlage der extensiven Landwirtschaft für das jüdische Siedluingswesen nur in einem Üb e r g a ng:ss t ad i um in Frage. Ein solches tlbergangsstadium war vielfach aus finanziellen Gründen notwendig und ist es derzeit noch aus technischen Gründen. Zu den finanziellen Momenten kommt das folgende: Bei Neuansiedlungen ohne Unterstützung seitens öffentlicher jüdischer Steilen (Keren Kajemeth) kann es notwendig sein, das für den Ankauf und die Melioration des Bodens bestimmte Kapital vorwiegend für den Ankauf zu verwenden, derart,' daß: planmäßig große zusammenhängende Landesflächen erworben werden; dann fehlten zunächst die Mittel zur Intensivierung. Was die technischen Gründe anbetrifft, so hat

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