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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Palästina als Erdölmarkt und die Pipeline
Date
1935-02-01
Page
Seite 81 (sequence 5)
Language
German
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ein überzeugendes Bild. Der Preis des Schmieröles stellte sich im Jahresdurchschnitt cif unverzollt: 1930___1931_1932_1933 L Halbjahr 1934_ 18.76 17.45 19.23 20.69 19.44 Mil je kg Auch das Schmieröl unterliegt einem Einfuhrzoll, der stark gestaffelt ist, er beträgt beim Import in Barrels oder in Trommeln 3 Mil je Kilogramm, in Kanistern 5 Mil je Kilogramm, in sonstigen Behältnissen sogar 8 Mil je Kilogramm. Die Effektivbelastung auf das Material hat im 1. Halbjahr 1934 rund 17% vom Wert betragen. Das ist hierfür durchaus kein niedriger Satz, und es wäre zu wünschen, daß in dieser Hinsicht eine Änderung eintritt, zumal die effektive Einnahme des Fiskus keine allzu große Rolle für ihn spielen kann. Auf diese Situation des Marktes nun und auf seine durchaus erfreuliche Entwicklung trifft jetzt die I. P. C. mit ihrem Öl. Es ist klar, daß man sich im Lande von dem Fließen des Irak-Öles viel verspricht, aber es herrscht auch eine gewisse Unkenntnis über die Verhältnisse. Man darf nicht vergessen, daß die I. P. C. ein typisch konzerngebundenes Unternehmen ist. Ihre Großaktionäre haben gar kein Interesse daran, sich durch besonders günstige Hergabe des I. P. C.-Öles selbst Konkurrenz zu machen, sei es auch nur an einem so kleinen Markt wie am palästinensischen. Vor allem ist das Rohöl selbst doch nur sehr beschränkt verwendbar, jedenfalls unter den heutigen technischen Verhältnissen. Was verwendet wird, das sind entweder Raffinationsprodukte oder Rückstände. Um diese im Lande zu erzielen, braucht man eine Raffinerie. Die I. P. C. selbst wird eine solche vorläufig wohl kaum bauen, obwohl sie das Gelände hiefür vorgesehen hat. Dagegen heißt es, daß die Shell, also einer der Großaktionäre der I. P. C., in Haifa eine Raffinerie mit einer Leistungsfähigkeit von etwa 15.000 Tonnen im Monat bald errichten werde. Damit wäre der Landesbedarf vorläufig zu decken, es könnte auch noch darüber hinaus einiges abgegeben werden. Wie weit Haifa einmal als Ölbasis für die britische Flotte in Frage kommt, das bleibt abzuwarten. Jedenfalls liegen die Dinge so, daß der weitaus größte Teil des über Haifa fließenden Öles immer in europäischen Raffinerien verarbeitet wird und man sich nicht etwa vorstellen soll, daß Haifaer Benzin oder Kerosin als »Tozereth Haaretz« (ohne Zoll also) nun ganz besonders billig sein wird. Wir haben oben gesehen, was die Zollerträgnisse für Summen ergeben und was sie für den Fiskus bedeuten. Wenn man das Material, weil es im Lande geliefert wird, nicht mehr mit einem Einfuhrzoll belegen kann, dann wird man es selbstverständlich mit einer entsprechenden Akzise belegen, die den Ausgleich für die entgangenen Zolleinnahmen liefern wird. In dieser Hinsicht ist also vor Illusionen zu warnen. Allenfalls kann eine Raffinerie in Haifa aus Frachtgründen etwas billiger abgeben, als die Konzerne aus ihren Anlagen außerhalb des Landes, aber das macht nicht viel aus, etwa im Vergleich mit der ägyptischen Raffinerie, die noch dazu viel größer ist, als eine Haifaer es nach menschlicher Voraussicht auf Jahre hinaus sein wird, also auch billiger arbeiten kann — immer unter der Voraussetzung, daß die Anlage in Haifa überhaupt gebaut wird.

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