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Palästina · 1935-02-01 · Heft 2 (Februar 1935) · p. Seite 58

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 2 (Februar 1935)
Article
Stadt und Land in Palästina
Date
1935-02-01
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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satze zur Einwanderung der Jahre 1924/25, die Preuss als eine »Mittelstands-Einwanderung« charakterisiert, »die weniger auf Umschichtung und Produktivierung bedacht war, und der es daher auch viel schwerer gelang, im Lande, das zunächst noch nur im geringen Maße eines neuen Mittelstandes bedarf (Kaufleute, Beamte usw.) festen Fuß zu fassen«. Mit Recht konnte er daher »den Übergang zur Landwirtschaft und die Tendenz zu einer Normalisierung der sozialen Struktur der jüdischen Bevölkerung in Palästina gegenüber der jüdischen Bevölkerung in der Diaspora« konstatieren. In dieser Entwicklung ist nun durch die Einwanderung der letzten Jahre unzweifelhaft ein schwerer Rückschlag eingetreten. Nach den von der Jewish Agency veröffentlichten Ziffern ist die Gesamtsumme der jüdischen Bevölkerung Palästinas bis Ende des Jahres 1934 auf rund 310.000 gestiegen, hat also eine Vermehrung um 77% erfahren. Doch entfallen von dieser Gesamtsumme nur mehr 21% (66.000) auf das Land, dagegen 79% (244.000) auf die Städte. In Tel-Aviv und Jaffa leben augenblicklich rund 130.000 Juden, in Jerusalem rund 70.000 und in Haifa zirka 40.000. In noch etwas stärkerem Maße als der Bevölkerungsanteil der landwirtschaftlichen Gebiete ist der Anteil der landwirtschaftlich Tätigen an der Gesamtb evölkerüng zurückgegangen; er beträgt derzeit mit einer Gesamtziffer von 46.000 nur mehr 16%. Eine Bestätigung für diese Feststellung ergibt sich auch aus einem Vergleiche über die Verteilung der Mitglieder der Histadruth Haowdim zwischen Stadt und Land. Am 1. Jänner 1932 betrug ihr Gesamtstand rund 30.000; von diesen lebten 11.600 32% auf dem Lande. Die Mitgliederziffer der Histadruth hat sich bis 31. Dezember 1934 auf 64.000, also um 113% erhöht. Dagegen macht der Anteil ihrer auf dem Lande wohnenden Mitglieder nur mehr 16.300, also iiur 25,5% des Gesamtstandes aus. Tatsächlich sind nach den Ziffern des Einwanderungsdepartements der Regierung rund 85% aller Einwanderer, die seit der Volkszählung von 1931 in das Land gekommen sind, in die Städte und nur 15% auf das Land gegangen. Das Resultat dieser Einwanderungsbewegung ist eine effektiv und rapid vor sich gehende »V erstädterung« des jüdischen Palästina. Die Ursachen dieser Erscheinung liegen zunächst in der Einwanderung spolitik der Mandatsregierung, welche den Angehörigen der »Kapitalistenklasse« freien und unbeschränkten Zutritt läßt, während die Einwanderung Besitzloser, die naturgemäß in erster Linie für die landwirtschaftliche Arbeit in Betracht kommen, von der Zuteilung der Zertifikate abhängig ist. Die Verhältnisse in Deutschland, Polen und

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