Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Leseprobe aus der demnächst erscheinenden grossen Theodor Herzl-Biographie
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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machte die Kolonie einen schlechten Eindruck «auf ihn. Daran, daß man mit Geld industrielle Anlagen schaffen könne, habe er nie gezweifelt. Aber mit den verausgabten Summen hätte sich mehr erreichen lassen. Vor allem aber stieß ihn, dessen Zionismus dem Gefühl f ür menschliche Würde und Freiheit entsprungen war, das Verhältnis der Siedler zur Verwaltung ab. „Ueber allem schwebt die Furcht vor dem Herrn Baron in Paris. Die armen Kolonisten haben eine Angst mit der anderen vertauscht." Herzl ihit seinen Freunden und Wirten in Jerusalem Am nächsten Vormittag fuhr er im Wagen der Roths childschen Verwaltung weiter. In Ness Zionah (Wadi el Chanin) empfing ihn die ganze Bewohnerschaft, Kinder sangen Lieder, ein Alter überbrachte Brot, Salz und Wein vom eigenen Boden. Er mußte fast jedes Kolonistenhaus betreten. Sie fuhren weiter — voraus die atemlose Kunde über sein Kommen. Vor der Kolonie Rechobot stürmte ihm eine Kavalkade entgegen, sechzehn junge Burschen, die den Wagen mit ihren Pferden im wilden Ritt umkreisten, hebräische Lieder sangen, Hedad und Hoch Herzl! jauchzten: Herzl ließ halten, stieg aus, die Tränen traten ihm in die Augen,