Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 2)
- Language
- German
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Marktlage erst nach Beendigung des Weihnachtsgeschäftes zu gewinnen sein. Die bisherigen Verschiffungen gingen hauptsächlich nach Großbritannien; außerdem setzte der Verkauf nach den skandinavischen Ländern lebhaft ein. Die bisher unentschiedene Frage nach der Zukunft des deutschen Marktes (der in der vorigen Saison rund 1*4 Millionen Kisten aufnahm) hat sich Mitte Dezember geklärt, infolge des Abschlusses eines devisenwirtschaftlichen Abkommens durch Vermittlung von Hamburger und Amsterdamer Finanzkreisen, welches die Unterbringung von einer halben Million Kisten auf dem, deutschen Markt sicherstellt. Ein gewisses Störungselement ist der neuerdings entbrannte Ratenkampf zwischen der „Deutschen Levante-Linie" und den „Svenska Orient- Linien" einesteils, norwegischen Außenseitern andernteils, der die Frachtrate pro Kiste nach dem Kontinent auf 6 engl. Pence gedrückt hat; der Wettbewerb der Reedereien erschwert eine planmäßige Verteilung der Exporte auf die der Marktlage nach günstigsten Absatzmärkte. Es wird daher in Regierungs- und Pflanzerkreisen die Errichtung eines „Palestine Citrus Stripping Board" in Erwägung gezogen, das ähnliche export- und marktpolitische Vollmachten erhalten soll wie die gleichartige Institution, die Süd-Afrika für seinen Zitrus-Export in Southampton besitzt. Freilich würde sich ein solcher Plan frühestens erst für die nächste Exportsaison 1935/36 realisieren lassen. Aus der 1.5 Millionen-Exportabgabe pro Kiste werden der Regierung für Zitrus-Propaganda im Auslande in dieser Saison 9,800 pal. Pfand zur Verfügung stehen; die Propaganda in England soll 6,000 pal. Pfund kosten, in Deutschland 2,000 pal. Pfund, in Polen 500 pal. Pfund, in Frankreich 300 pal. Pfund, in Belgien 200 pal. Pfund, in Holland, Norwegen, Oesterreich, Rumänien, Schweden und der Tschechoslowakei je 100 pal. Pfund, in Dänemark und Finnland je 75 pal. Pfund, in der Schweiz 50 pal. Pfund. Getreide, Futtermittel und Mehl: Die völlige Einfuhr sperre für W eize n wird am 31. Dezember 1934 ablaufen. Die Verteilung von Einfuhrlizenzen an die Importeure, in einem bisher noch nicht bekanntgegebenen Gesamtumfange, ist bereits im Gange. Die Umsätze in inländischem Weizen sowie in Durrah, Mais, Gerste und Pferdebohnen gehen nicht über unmittelbare Bedarfsdeckung hinaus; die Schwankungen am internationalen Markt lassen Zurückhaltung geboten erscheinen. Das Preisniveau ist weiterhin nicht sehr widerstandsfähig. In Roggen kommt nach wie vor etwas polnische Ware herein. In Weizenmehl neigt das Geschäft weiterhin zur Schwäche; amerikanisches Mehl begnügt sich mit 14,5 (im Vormonat: 18) pal. Pfund, australisches Mehl mit 12 (15) pal. Pfund, alles pro Tonne loko. Die Regierung hat für das erste Quartal 1935 Mehl-Einfuhrlizenzen im Gesamtumfang von 10.000 (viertes Quartal 1934: 6000 Tonnen) ausgegeben, davon 20 0,0 unmittelbar an die Großbäckereien, was lebhaften Protest des Einfuhrhandels erregt hat. Kolonialwaren: Die Situation auf dem palästinensischen Zucker- Markt hat sich weiterhin abgeschwächt. An sich ist der Konsum zwar stark; doch gehen die Mengen, die Java, Aegypten, Amerika, die Tschechoslowakei, Ungarn und England nach Jaffa und Haifa abgeben, weit über den regulären Bedarf hinaus und verschärfen noch den bereits von den neuesten Schwankungen der internationalen Lage ausgehenden Druck auf die Preise. Loko pro Tonne erreicht gemahlener Zucker nur knapp 15 bis 16 (im Vormonat: 16) jpal. Pfund, Würfelzucker 19 (19 bis 20) pal. Pfund. Auch Reis bröckelt weiter