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Palästina · 1935-01-01 · Heft 1 (Januar 1935) · p. Seite 27

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 1 (Januar 1935)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1935-01-01
Page
Seite 27 (sequence 2)
Language
German
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Unterstützung anderer Faktoren, also etwa der Regierung, von einer großen englischen Bank gewährt wurde. Man muß bei diesem Anlasse des verstorbenen Arlosoroff gedenken, der der leitende Kopf der vorhergehenden Exekutive gewesen ist; er hat als erster bereits vor zwölf Jahnen in seinem Buche „Die Kolonisationsfinanzen der Jewish Agency" die Idee einer Anleihe propagiert und jahrelang mit größter Hartnäckigkeit diesen Gedanken verfochten*. Die Form, in der die Anleihe jetzt zustande kam, weicht freilich vom Arlosoroffscben Schema ab; das wesentliche aber ist, das Prinzip, die jüdische Siedlungsarbeit durch die Mithilfe eines auf ökonomischer Grundlage im Kreditwege geschaffenen konzentrierten Kapitals zu finanzieren. Die Bemühungen, die schwebende Schuld der Jewish Agency zu fundieren, reichen weit zurück. Seit dem letzten Kongreß wurde diese .Sache bearbeitet, besonders unter Mithilfe einer Gruppe englischer Zionisten mit den Herren Sieff, Sacher und Marks an der Spitze. Die Besserung des Kredites Palästinas, die allgemein bekannte Tatsache, daß viele Millionen Pfund Depositen in palästinensischen Banken liegen, hat sicherlich auch zur Förderung des Kredites der Jewish Agency beigetragen. Das sichtbare Zeichen dieses Kredits durch das Vertrauen der Londoner City ist aber gewiß nicht zu unterschätzen. Man muß sich vergegenwärtigen, unter welchen widrigen finanziellen Verhältnissen die Jewish Agency jahrelang gearbeitet hat; die Verluste durch die Arbeitslosen-Unterstützung der Jahre 1926 bis 1927 wurden niemals wieder gütgemacht und das offizielle Budget wies ständig ein erhebliches Defizit auf. Beamte und Lehrer mußten jahrelang ihre rückständigen Gehälter auf kunstvolle Weise diskontieren, und die Wechsel der Jewish Agency waren in Gefahr, von den Banken nicht mehr angenommen zu werden. Nun liest man in den palästinensischen Zeitungen eine Aufforderung der Exekutive, an alle Inhaber von Wechseln der Jewish Agency, diese zur baren Einlösung auch Vorfälligkeit vorzulegen. O quae mutatio rerum! Diese Tatsache allein zeigt, daß das Palästina von heute nicht mehr das Palästina von gestern ist. Die gegenwärtige Exekutive hat es verstanden, auch das laufende Defizit um etwa 40.000 Pfund herunterzudrücken. Die Finanzwirtschaft dieser Exekutive, von der man im Sinjne der der Arbeiterpartei stets gemachten Vorwürfe Verschwendung befürchtet hatte, ist erfolgreicher als die der früheren bürgerlichen Schatzmeister. Diese Tatsache kann natürlich ihren Eindruck auch auf die bürgerlichen Kreise nicht verfehlen. Man sieht heute ein, daß die Arbeiter-Exekutive keineswegs „sozialistische Experimente" gemacht hat, sondern im Gegenteil, die Wirtschaft konsolidiert. Was dieser Exekutive vor allem am Herzen liegt, ist die Erhaltung der Position der Arbeiterorganisation (Histadruth), weil diese ein gewaltiges machtpolitisches Instrument ist, aber auch weil die ständig wachsende Arbeiterschaft Palästinas ohne eine starke einheitliche Organisation sehr schwer zu kontrollieren wäre, zumal wenn man bedenkt, daß sich das Schwergewicht stark vom Lande in die Stadt verschoben hat. Ferner kämpft die Exekutive im Einvernehmen mit der Histraduth um die Sicherung des Prinzips der jüdischen Arbeit in Stadt und Land, d. h. die Fernhaltung arabischer Arbeiter aus der jüdischen Wirtschaft. Dies wird von einem Teil der Unternehmer, insbesondere von den Pflanzern, ressentiert, aber man wird dies keineswegs als ein „sozialistisches" oder gar „marxistisches" Prinzip verwerfen können, es handelt sich hier vielmehr unt ein rein nationalistisches Motiv. Je mehr die Wirtschaft Palästinas wächst, und je

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