Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1935)
- Article
- Jugendalijah und Berufserziehung [Nachricht]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 4)
- Language
- German
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geregelte Berufsausbildung heranzubilden. Infolgedessen darf es nur eine Organisation des jüdischen Berufs- und Fachschulwesens in Palästina geben, deren Aufgabe es wäre, einzelne Städte und Siedlungsgebiete zusammenzufassen und in ihnen fachmäßig gegliederte Berufsschulklassen einzurichten. Ob es zweckmäßig ist^ eine selbständige zentrale Organisation des beruflichen Schulwesens zu schaffen wie dieses bei dem arabischen Berufs- und Fachschulwesen für Palästina, Transjordanien und den Irak der Fall ist, das zemtral in Bagdad organisiert ist, oder ob das Berufsschulwesen nach dem Vorbild anderer Länder den Gewerkschaften anzugliedern oder aber ein neutrales Gremium zu schaffen ist, in dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände und sonstige am Wirtschaftsleben besonders interessierte Kreise, wie Stadtverwaltungen, Handelskammern usw., vertreten sind, wird die Praxis ergeben; ebenfalls ob es zweckmäßig sein wird, Schulträger und Schulaufsicht zu trennen oder zu vereinigen, und ob die Kosten des beruflichen Bildungswesens in Form von Regierungsgeldern, Umlagen oder durch freiwillige Spenden aus dem Ausland aufzubringen sein werden. Bei der Organisation des beruflichen Schulwesens ist auch die Frage eines geeigneten Lehrkörpers von größter Wichtigkeit; doch bietet sie vorerst keine Schwierigkeit, da genügend in der Galuth ausgebildete Fachlehrkräfte zur Verfügung stehen. Rundschau JEWISH AGENCY. Von Spectator. Die auf dem Prager Kongreß im Sommer 1933 gewählte Exekutive der Jewish Agency hat eine glücklichere Amtszeit hinter sich als die meisten ihrer Vorgängerinnen. Diese aus Vertretern der Arbeiterpartei und eines Teiles der „fortschrittlichen" Allgemeinen Zionisten bestehende Leitung hatte zu Beginn mit dem Widerstand der bürgerlichen Kreise Palästinas und der mit ihnen verbundenen Teile der Zionistischen Organisation zu kämpfen. Dazu kam die Gegnerschaft der Revisionisten, die sich besonders die im Zusammenhange mit dem Mordprozeß Arlosoroff in Palästina entstandene Volksstimmung zunutze machten. Trotz dieser Schwierigkeiten hat die Exekutive eine Arbeit geleistet, die jetzt, eineinhalb Jahre nach ihrem Antritt auch von ihren Gegnern anerkannt wird. Man muß freilich in Betracht ziehen, daß ungewöhnlich günstige äußere Momente halfen. Die durch die deutsche Revolution und andere Umstände verursachte gewaltige Einwanderung, der fortwährende große Geldzustrom nach Palästina schuf einen Zustand, der zwar der Aufbauarbeit der nationalen Instanzen nicht unmittelbar zugute kam, diese vielmehr in den Hintergrund drängte, aber in seinen Auswirkungen schließlich die Gesamtposition so stark beeinflussen mußte, daß auch die Stellung der offiziellen obersten jüdischen Instanzen des Landes dadurch gehoben wurde. Dies hiat' nun einen augenfälligen Ausdruck gefunden, indem zum ersten Male seit Bestehen der zionistischen Arbeit die Jewish Agency eine Anleihe aufnehmen konnte, die ohne