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Palästina · 1935-01-01 · Heft 1 (Januar 1935) · p. Seite 24

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 1 (Januar 1935)
Article
Jugendalijah und Berufserziehung [Nachricht]
Date
1935-01-01
Page
Seite 24 (sequence 2)
Language
German
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daran erinnert, daß die Regierung des Irak im Frühjahre dieses Jahres den Leiter des deutschen Berufs- und Fachschulwesens nach Bagdad berufen hat, um ein arabisches Berufs- und Fachschulwesen im Irak, Transjordanien und Palästina nach deutschem Vorbild, das zur Zeit als das beste der Welt gilt, aufzubauen. Diese Tatsache erhellt die ganze Situation: Der junge jüdische Bauer, Arbeiter, Handwerker und Kaufmann darf nicht wegen mangelnder beruflicher Vorbildung gegenüber dem arabischen Konkurrenten ins Hintertreffen geraten! Das Berufs- und Fachschulwesen, das in fast allen Kulturländern mehr oder weniger umfangreich ausgebaut ist, ist meist als Oberbau zum allgemeinbildenden Schulwesen organisiert und unterliegt teils der allgemeinen Schul-* pflicht, teils wahlfreiem Besuch. Zweck der beruflichen Schulen und Schulkurse ist entweder eine Vorbereitung auf den Beruf; dies ist der Typ der Fachschulen, zu denen die landwirtschaftlichen Schulen, Handelsschulen usw. und auch die im Juni d. J. in Haifa bereits eröffnete arabische Gewerbeschule gehören; oder eine Ergänzung der Berufsausbildung in Form von allgemeinen Berufsfortbildungsschulen oder auch eine ganz bestimmte zielbewußte Weiterbildung in einem bestimmten Beruf, den man bereits ausübt, wie etwa in Form von Meisterkursen oder sonstigen wahlfreien Unterricht in der Freizeit. Jede Schulart ist in sich aufgeteilt, und zwar in je eine gewerbliche, kaufmännische und landwirtschaftliche Fachrichtung. Bei steigender Besucherzahl läßt sich eine immer weitergehendere Spezialisierung durchführen, indem man beispielsweise innerhalb der gewerblichen Fachrichtung Branchenklassen für Schlosser, Tischler, Bauhandwerker, Schneider usw. durchführt. Ob die Durchführung einer noch weiteren Gliederung, wie ^. B. der Schneiderklassen in solche für Damenschneider und für Herrenschneider, für Palästina zweckmäßig ist, läßt sich noch nicht entscheidem. Der Zweck dieses beruflichen Schulwesens ist die Heranbildung eines Nachwuchses, der auf Grund seiner theoretischen und praktischen Berufsausbildung in der Lage ist, mühelos Höchstleistungen im erwählten Wirtschaftszweig zu schaffen. Gewiß wird vielleicht mancher, solange Konjunktur und Arbeitermangel in Palästina vorherrschen und jedermann auch als ungelernter Arbeiter überall sein Unterkommen findet, der Meinung sein, daß diese Berufserziehung überflüssig sei; doch abgesehen davon, daß der Vorteil eines gut aufgebauten beruflichen Bildungswesens erst in Krisenzeiten so recht deutlich wird — will man etwa warten, bis in wenigen Jahren der durch Fachschulbesuch zusätzlich ausgebildete arabische Facharbeiter unsere Chaluzim überflügelt? Es mag zugegeben werden, daß für vereinzelte Fälle schon Ansätze beruflicher Schulung bestehen, wie etwa in den Kwuzoth, denen vielfach landwirtschaftliche Pflichtfortbildungsschulen angegliedert sind; aber wie steht es mit der beruflichen Fortbildung in Handel und -Gewerbe oder bei den landwirtschaftlichen Einzelkolonisten? Palästina kennt keine für die einzelnen Berufe vorgeschriebene Lehrzeit und keine Gesellenzeit. Infolgedessen hat die Berufsschule hier die zusätzliche Aufgabe, die Lehre zu ersetzen un<J aus dem Ungelernten oder allenfalls Angelernten eine hochqualifizierte Fachkraft zu machen. Die Ausführungen über die mangelnde Berufserziehung der Jugendlichen in Ländwirtschaft, Handel und Gewerbe treffen auch auf solche Erwachsene zu, die in Palästina auf einen anderen Beruf umschichten, "beispielsweise

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