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Palästina · 1935-01-01 · Heft 1 (Januar 1935) · p. Seite 20

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 1 (Januar 1935)
Article
Zur Technik der palästinensischen Aussenhandelsstatistik
Date
1935-01-01
Page
Seite 20 (sequence 2)
Language
German
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Und deshalb weiß auch niemand, wie weit unsere wirtschaftliche Entwicklung fortgeschritten ist, mag man sie nun von der Konsumseite oder von deü Produktionsseite her beurteilen. Diese Behauptung, die auf den ersten Blick vielleicht als einigermaßen paradox erscheinen mag, soll mit den folgenden Tatsachen belegt werden. Erstens: Der Zeitpunkt, an dem die amtlichen Statistiken über unseren Außenhandel erscheinen, ist stets so verspätet, daß mit diesen Statistiken einfach nichts mehr anzufangen ist, wenn man aus den Bedürfnissen des Tages heraus irgend eine Teilsituation beurteilen will. Die OuartalaußenhandelsT Statistik für die Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni 1934 ist diesmal im Novemberheft des „Palestine Commiercial Bulletin" erschienen, d. h. in der zweiten Novemberhälfte, also mit einer Verspätung von viereinhalb Monaten! Im vergangenen Jahre erschien diese Statistik bereits zwei Monate früher. Es scheint sich der Brauch einzubürgern, die Veröffentlichung dieser Angaben immer mehr hinauszuschieben; diese Veröffentlichung wird aher hiemit angesichts der ja auch von den höchsten Rjegien'.ingssteilen des Landes nunmehr« offiziell anerkannten schnellen wirtschaftlichen Entwicklung immer sinnloser. Es sei nur daratn erinnert, daß in einem Lande wie Syrien — und auch! die Franzosen verstehen es ja, ihre Ausgaben für derartige Dinge möglichst niedrig zu halten — die Statistik über den Außenhandel im allgemeinen der palästinensischen Statistik um drei Mjonat2 voraus ist. Ich befinde mich schon jetzt — Mitte Dezember 1934 — im Besitze des syrischen „Bulletin Economique Trimestriel" für das dritte Quartal 1934, während die palästinensische Juli- Statistik noch nicht erschienen ist, wobei auch einmal darauf hingewiesen werden muß, daß diese M o n a t s Statistiken mit ihren nur etwa 75 Einfuhr- und 37 Ausfuhrpositionen doch nur einen sehr bedingten Wert haben. Sie sind so summarisch, daß man in der Praxis damit fast gar nichts anfangen kann. Außerdem erscheinen auch sie viel zu spät, denn wir haben, wie gesagt, bei Abfassung dieser Zeilen Mitte Dezember noch nicht einmal die Juli- Statistik gehabt, von der Statistik für das 3. Quartal 1934 ganz zu schweigen, die wahrscheinlich erst wieder im JänLier- oder Februar-Heft des „Commercial-Bulietin" von 1935 erscheinfön wird! Abgesehen davon, sind aber all diese Statistiken insofern nur halb, als sie in den einzelnen Warenpositionen die Herkunfts- und Bestimmungsländer überhaupt nicht berücksichtigen. Das erfolgt erst in den Veröffentlichungen des „Blue Book" und dieses „Blue Book für 1933, ist auch in diesem Jahre erst wieder anfangs Dezember erschienen, d. h. so spät, daß ma,n eigentlich damit gar nichts anfangen kanin. Historische Studien mögen ja ganz interessant sein, aber ihr praktischer Wert in einem Lande, das sich nun einmal in einem ziemlich schnellen Aufbau befindet, ist doch immerhin recht problematisch. Zweitens: Es handelt sich aber nicht nur um die unerträgliche Langsamkeit, mit der diese statistischen Veröffentlichungen des zuständigen Departements erfolgen. Es muß darauf hingewiesen werden, daß diese Veröffentlichungen auch in ihrer Qualität sowohl absolut wie auch relativ schlechter geworden sind, anstatt besser zu werden, wie man dies eigentlich in Anbetracht der wesentlich erhöhten Einnahmen des zuständigen Departements hätte erwarten sollen, aber auch in Anbetracht der Tatsachen, daß sich der Außenhandel unseres Landes immer mehr differenziert.

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