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Palästina · 1934-12-01 · Heft 12 (Dezember 1934) · p. Seite 538

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 12 (Dezember 1934)
Article
Tierzüchterische Zeitfragen
Date
1934-12-01
Page
Seite 538 (sequence 2)
Language
German
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einer Kwuza aufgestellt.**) Schon damals lieferte er den Beweis, daß die Ren- Weichen ungeheuren Schaden aber die in den ersten Anfängen liegende palästinensische Viehzucht durch diese wahllose Rasseneinfuhr erleidet, das kann gar nicht schwarz genug gemacht werden. Wie will man sich später einmal, wenn die Zeiten wieder schlechter werden, vom Ausland unabhängig machen, wenn in der jetzigen guten Zeit derartige züchterische Sünden begangen werden? Aber auch der Tierhalter erleidet durch eine derartige Behandlung der Importfrage schwersten Schaden, trotz angeblich billigen Ankaufs. Er erleidet durch die lediglich nach händlerischen Gesichtspunkten importierten Tiere Verluste in der Form, daß die mit großsprecherischer Reklame angepiesenen Tiere auf die Dauer das nicht halten können, was sie angeblich mit Sicherheit leisten sollten^ Ich erinnere nur an meine Warnungen im vorigen Jahre, als der Ankauf der Schweizer Kühe mit so großer Reklame wegen ihrer angeblichen Billigkeit propagiert wurde. Meine Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Und der Erfolg? Meine Voraussage ist zu 98 o/o eingetroffen. Die wenigen Ausnahmen bestätigen nur die Regel, und heute denkt kein ernst zu nehmender Mensch im Lande daran, wieder Schweizer Braunvieh einzuführen. Neuerdings wird dänisches Vieh eingeführt. Hat man an den Erfahrungen mit den Schweizer Kühen noch nicht genug? Glaubt man wirklich, daß diese Tiere, die bei bester Pflege und hervorragendsten fetten Weiden im Heimatlande 3000 Liter Milch geben, hier bei ganz entgegengesetztem Klima und völlig anderen Fütterungsverhältnissen mehr geben werden und daß sie außer als Abmelkkühe etwas leisten werden? Hier sollten unsere verantwortlichen Stellen dafür sorgen, daß dem Unfug der wahllosen Einfuhr aller möglichen Rassen, lediglich um Zeitgeschäfte zu machen, ein Riegel vorgeschoben wird. Hier sollte endlich, ebenso wie dies jetzt schon in der Fütterungstechnik geschieht, systematisch vorgegangen werden, damit nicht noch mehr Schaden angerichtet wird. Es sei gern zugegeben, daß alle wissenschaftlichen Argumente nur dann als Tatsachen gewertet werden können, wenn sie durch die empirische Beweisführung erhärtet werden. Aber den Luxtts einer rein empirischen Behandlung tierzüchterischer Fragen ohne jede Rücksichtnahme auf die Wissenschaft, ja sogar gegen jede wissenschaftliche Erfahrung in anderen Ländern, sollte man sich doch ersparen. Das kostet doch nur Geld, und man wird nur Enttäuschung und Aerger haben. Die viehzüchterischen Sünden liegen aber nicht nur beim Händler. Dieser bringt ja notgedrungen das, was der Käufer von ihm verlangt: Eine europäische Kuh für möglichst billiges Geld, mit dem Versprechen, daß sie sehr viel Milch geben wird. Ich hatte genügend Gelegenheit, auch hierüber meine Studien zu machen. Hier werden von den Interessenten Forderungen gestellt, die überhaupt nicht zu erfüllen sind, und dann wundern sich diese Leute, daß sie von gewissen- **) Vgl. den Artikel Dr. Schwager: Die Rinderzucht in Jahrg. 1929, Heft 2/3. tabilität, ganz unabhängig vom Ankaufspreis, erst bei 3300 Liter Milchproduktion anfängt.

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