Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Die Entwicklung des Chemikalien-Außenhandels und die Struktur der chemischen Industrie Palästinas
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 533 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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die ja in Palästina nicht vorhanden sind — gewisse Farbstoffe, insbesondere Teerfarbstoffe, und nicht zuletzt Schwerchemikalien aller Art. Die eben erwähnten Chemikalien sind in der angeführten Reihenfolge diejenigen, welche wertmäßig (und zwar fallend) den größten Anteil an der gesamten Chemikalieneinfuhr Palästinas haben. Im einzelnen ergibt sich uns folgendes Bild: Von Kunstdüngern erzeugt Palästina vor allem Kalisalze, die bereits nach Europa, Ostasien und Australien exportiert werden, sowie in geringen Mengen Phosphatdünger aus Knochen. Superphosphate werden bisher eingeführt, ebenso Stickstoff- und alle anderen Kunstdünger, doch ist es nicht unmöglich, daß in absehbarer Zeit eine eigene Superphosphat-Industrie in Palästina entstehen wird. Insgesamt wurden 1933 10.750 t Kunstdünger im Werte von fast 100.000 Pfund importiert, gegen 6028 t im Werte von etwas über 52.400 Pfund im Jahre 1932. Damals kam mehr als die Hälfte — niengen- und wertmäßig — aus Großbritannien; es folgte Frankreich mit 500 t, Aegypten mit 360 t, weiters Holland, Polen, Belgien und Griechenland (alle zwischen 330 Und 350 t liefernd), schließlich Deutschland, Syrien und Norwegen. Während England immer festeren Fuß fassen konnte, haben insbesondere Belgien, Deutsehland, Frankreich und auch Aegypten ihre frühere maßgebende Bedeutung am palästinensischen Kunstdüngermarkt in den letzten 4 Jahren immer mehr verloren.1) Die zweitwichtigste Einfuhrpost betrifft Arzneimittel, mit 71.129 Pfund im Jahre 1933, gegenüber 52.000 Pfund im Vorjahre. Dazu kommen noch (1933) Verbandzeug für 4162 Pfund und Medizinalweine für 1441 Pfund. Bemerkenswert ist, daß Deutschland nur einen kleinen Rückgang seines Anteiles an der Arzneimitteleinfuhr zu verzeichnen hat und 1932 mit fast 19.000 Pfund immer noch weitaus an erster Stelle unter allen Importländern stand; ihm folgten Großbritannien mit über 10.400 und Frankreich mit über 9500 Pfund, dann in weitem Abstände die Schweiz, Norwegen, die U. S. A., Italien und Belgien. Es besteht kein Zweifel, daß dies Arzneimitteleinfuhr in den nächsten Jahren wird zurückgehen müssen. Sind doch schon im Vorjahre und heuer einige von erfahrenen Fachleuten geleitete, kapitalskräftige Arzneimittel-« fabriken in Palästina neu gegründet worden, die bisher u. a. Acetylsalicylsäure, Dimethylaminophenylpyrazolon und seine Diäthylbarlbitursäure - Verbindung, Hexamethylentetramin, u. a. m. erzeugen. Voraussichtlich wird Palästina alsbald die Levante mit einigen wichtigen pharmazeutischen Präparaten versorgen können.2) Da in Palästina die Textilindustrie besonders gut entwickelt ist, sind hier auch mehrere moderne Färbereien gegründet worden, deren Bedarf an 2) Kunstdünger erzeugen die Firmen „Barna", Tel-Aviv; „Ye,chiel Flint", Haifa, und „Zebulun", Jerusalem. Unter den Importeuren ist die „Imperial Chemical Industries, Ltd.", Haifa hervorzuheben. 2) Unter den Erzeugern pharmazeutischer Präparate und Spezialitäten sind anzuführen: „Zori", Pharmaceutical and Chemical Products Manufacturing Co., Ltd.; S. Silber; Benedikt Gesundheit und B. Braunstein, sämtliche in Tel- Aviv; die Zahl der Vertreterfirmen ist sehr groß, daher hier nicht anzugeben. Ferner ist eine neue Fabrik für Heilmittel in Hajfa in Errichtung.