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Palästina · 1934-12-01 · Heft 12 (Dezember 1934) · p. Seite 512

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 12 (Dezember 1934)
Article
Die Aufgaben der "Angewandten Pflanzensoziologie" in Palästina
Date
1934-12-01
Page
Seite 512 (sequence 4)
Language
German
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512 ähnlichen Projekten durch sachgemäße Zusammenlegung von Sukzessionsstadien eine natürliche Befestigung auf dem raschesten Wege zu erreichen und bei Wildbachverbauungen, Flußregulierungen und ähnlichen technischen Arbeiten werden in Mitteleuropa diese Ergebnisse der pflanzensoziologischen Untersuchungen bereits weitgehend ausgenützt. Um ein für palästinensische Verhältnisse näherliegendes Beispiel anzuführen, sei auf die ausgedehnten Dünenflächen Marokkos hingewiesen, die auf diese Weise mit bestem Erfolg besiedelt und zum Teil bereits kulturfähig gemacht wurden. Die Methodik, die der Pflanzensoziologe in Palästina anzuwenden haben wird, wird im Berglande und in der Ebene, im Sumpfgebiet und im Dünengelände, in den Gegenden mit reicher natürlicher Vegetation und in den Wüsten und Halbwüsten verschieden sein müssen, um den Problemen, vor die ihn einerseits der Mensch mit seinen Projekten, andererseits die Natur selbst stellt, gerecht werden zu können. Greifen wir als erstes eine solche Aufgabe im Kalksteingebiet des Berglandes heraus, wo es sich bei der Anlage von Kulturen vor allem darum handelt, für jede einzelne zu setzende Pflanze den richtigen Platz zu wählen. Hiezu bietet uns eine pflanzensoziologische Untersuchung eine sehr wichtige Handhabe, die auch dann von großem Vorteil sein wird, wenn außerdem noch Bohrungen vorgenommen werden. Der Raum, uer einer Pflanzengesellschaft zur Verfügung steht und der im Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Arten und Individuen t7on diesen erobert werden muß, ist im geometrischen Sinne selbstverständlich dreidimensional, wir haben aber innerhalb der Vertikaldimension wohl zu unterscheiden zwischen der Kampfkraft, die sich in den oberirdischen und derjenigen, die sich in den unterirdischen Teilen der Pflanze offenbart. Es gibt Arten, die nur wenige Zentimeter hoch sind, die aber metertiefes Erdreich erfordern. Pflanzen, die ihre Nahrung aus verschiedenen Wurzeltiefen beziehen, werden sich nebeneinander gut vertragen und beide bei sonst günstigen Bedingungen eine hohe Vitalität aufweisen, ein Umstand, der auch bei der Kultivierung in Zwischen- und Unterkulturen auszuwerten ist. Die bestehende Pflanzendecke gibt uns auf diese Weise ausgezeichnete Aufschlüsse über die Tiefgründigkeit und Nahrungsergiebigkeit bestimmter Stellen in felsigem Terrain. Ohne Zuhilfenahme solcher natürlicher „Indikatoren" werden vorzunehmende Bohrungen stets stark dem Zufall

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