Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 11 (November 1934)
- Article
- Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 464 (sequence 16)
- Language
- German
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Betrachten wir die Marktlage der Zitrusfrucht, die das eigentliche Rückn grat des palästinensischen Exports darstellt, so stellen wir für die abgelaufene* Ausfuhrsaison 1933/1934 eine Steigerung der Auslandssendungen an Zitrusfrüchten von rund 4,4 Mill. Kisten auf 5,5 Mill. Kisten fest. Am gesamten Zitrusexport stellte sich der Anteil der jüdischen Produktion auf rund drei Fünftel, der der arabischen auf rund zwei Fünftel, Für die nächste Ausfuhr- Saison soll allein die Zitrusproduktion der Juden etwa 4 Mill. Kisten aus.- machen, im darauffolgenden Jahr bereits 6 Millionen und im Verlauf des nächsten Jahrfünfts eine Höhe von nicht weniger als 12,5 Mill. Kisten erreichen, d. h. etwa die Hälfte der innerhalb dieses Zeitraumes zu erwartenden Gesamtsteigerung der Zitrusproduktion. Der Anteil Palästinas am gesamten internationalen Orangenexport ihat sijch von 5 o/o im Jajhre 1931 auf etwa 12 o/q im Jahre 1933 erhöht. Für die nächste Saison allein wiqd mit einer Steigerung der Gesamtausfuhr von Zitrusfrüchten (sowohl der jüdischen als auch der arabischen) auf 6,5 Mill. Kisten gerechnet. Die Preise, die im Durchschnitt erzielt wurden, waren befriedigend. Jedoch! ergaben sich vielfach Schwierigkeiten im Zitrusabsatz infolge der Devisenbeschränkungen wichtiger Abnehmerländer, in erster Linie Deutschlands.. Darüber hinaus stellten sich in der Bewetrksteüliguing des Viersands der Zitrusfrüchte hier im Lande rein technische Schwierigkeiten ein, die größtenteils auf die gänzlich unzureichende Regulierung des Hafenverkehrs, die mangelhaften Hafenanlagen usw. zurückzuführen waren. Wichtiger jedoch sind die Hemmungen von außen her, namentlich durch1 die Zollbelastung des Zitrus^ exports nach England, daß das wichtigste Absatzgebiet ist. In dieser Hinsicht hat die vorangegangene Saison keine Fortschritte zu verzeichnen. Die Bedeutung Englands als Abnehmer palästinensischer Orangen ist im vergangenen Jahre relativ gesunken. Unter Zugrundelegung der englischen Importstatistik ergibt sich, daß zwar der Orangenversand aus Palästina nach England absolut gestiegen ist, daß jedoch der palästinensische Anteil am gesamten englischen Orangenexport von 17.5o/o 1932 auf 16.7 o/0 1933 gesunken ist. Demgegenüber ermitteln wir, daß der Anteil der anderen nach England Orangen importierende Länder sich gehoben hat. So stieg die Quote Spaniens im gleichen Zeitraum von 56.1 o/o auf 57.4o/o und der der Vereinigten Staaten von 3.1 o/o auf 4.5o/o. Dagegen zeigt die Einfuhr von palästinensischen Grapefruits nach England eine bemerkenswerte Zunahme; ihr Anteil ist von 9.7o/o im Jajhre 1932 auf 16.3 o/o im darauffolgenden Jahre angewachsen, während er für andere Länder einen Rückgang aufweist. V. Industrieentwicklung. Hat das vergangene Jahr 5694 auf dem Gebiete der Landwirtschaft eine sichtliche Besserung der allgemeinen Lage gebracht, wurde auf dem Gebiete der Kolonisation zwar nichts Großes erreicht, aber immerhin in zielbewußter Arbeit Wichtiges geleistet, so hat das abgelaufene Jahr auf dem Gebiete der industriellen Betätigung Imposantes entstehen lassen. Hier vollzog sich eine Kraftsteigerung der Wirtschaft von unvorhergesehenem Ausmaß. Um zu erkennen, in welchem Tempo der Aufbau der jüdischen Industrie nunmehr vorangeschritten ist, müssen wir uns vergegenwärtigen, was noch vor gar nicht langer Zeit gewesen ist.