Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 11 (November 1934)
- Article
- Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 462 (sequence 14)
- Language
- German
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und zur Verankerung des Arbeiters auf dem flachen Lan(de gewonnen und damit auch die bestehende Tendenz zur Abwanderung in die Stadt wesentlich abgeschwächt werden kann. Es besteht daher der Wunsch, dem Arbeiter in der Kolonie die Möglichkeit zu geben, neben der eigentlichen Wohnung auch eine Hilfswirtschaft (Gemüsegarten u. a.) zu errichten, die seine organische Bindung an einen ländlichen Beruf festigen soll. Daänit weicht also die Idee der ländlichen Arbeiterwohnsiedlung von der städtischen Arbeiterwdbtnsiedlungj in ihren wesentlichen Grundzügen ab. Im Nachstehenden wollen wir einige Beispiele herausgreifen, die die im Gang befindliche intensive Tätigkeit auf dem Gebiete der Arbeiterwohnsiedlungen illustrieren. Es handelt sich dabei um ländliche Wohnsiedlungenf die entweder bereits in der jüngsten Zeit errichtet wurden oder in der Errichtung begriffen sind: In der Nähe von Petajch-Tikvaihl zwei Wohnsiedlungen, eine für 200 und eine für 30 FaSmilien. Zwecks Bodenerwerbs sind bereits über 10000 pal. Pfund investiert worden. Der Flächeniimfalng stellt sich auf 1230 Dunam. Die eine Arbeiterwohnsiedlung a*uf einer Fläche von 1200 Dunam stellt einen Siedlungstypus dar, bei dem jedes Mitglied 5 Dunam erhält. Die zweite Siedlung für 30 Familien stellt hingegen einqn Ein-lDun(a;m-Siedlungstypus dar; die Arbeiter haben aus eigenen Mitteln bereits 1680 pal. Pfund aufgebracht, obwohl, wie bekannt, der Arbeitslohn keine breiten Möglichkeiten gewährt, um merkliche Uebersohüsse zu ersparen. In Risehon-lie-Zion handelt es sich um eine neue Wohnsiedlung in einer Gesamtfläche von 40 Dunam; auch hier hat das Arbeitermitglied die Hälfte der Mittel selbst aufgebracht, die zweite Hälfte erhielt es als Anleihe. In Herzlia sind zwei Wohnsiedlungen im Entstehen; der Böden ist Privatbesitz, sein Erwerb wurde durich Kreditgewährung namentlich der Arbeiterbank („Bank Hapoalim") ermöglicht. Die Anzahl der Mitgliederfamilien beträgt 65. In Ness-Zio^ian wurde mit der Errichtung von ebenfalls zwei Arbeiterwohnsiedlungen begonnen, hievon eine auf Boden des Keren KajemeÜh (88 Dunam, 36 Familien), die zweite auf Privatboden (10 Dunam, 14 Familien), bei der die Arbeiter bereits aus eigenen Mitteln? 840 pal. Pfund investierten und eine Anleihe von 500 pal. Pfund aufgenommei? uaben. Bei Ramatajim ist eine Wohnsiedlung durich Bodenabzweigung von Kfar Majal gegründet worden für 50 Arbeiterfamilien. Aus ihren Eigenmitteln haben sie als Gegenleistung für den erhaltenen Boden je Mitglied bereits 20 pal. Pfund eingezahlt, außerdem Mittel zur Regelung der Wasserfrage und zur BodenparzelHerung selbst aufgebracht. So hat auch die Pica beschlossen, bei Pardess Hanna eine Arbeiterwohnsiedlung entstehen zu lassen zwecks Sicherstellung von Arbeitskräften für ihre dort befindlichen Meschekim; jedes Mitglied der „Schchunah" erhält fünf Dunam Boden und außerdem als weitere Reserve nochmals fünf Dunam. Damit würde ein Sondertypus der Arbeiterwohnsiedlungej. geschaffen werden. Schon die Aufreihung dieser einzelnen konkreten Tatsachen die wir noch durch anderweitige Beispiele vermehren können, illustriert die sich neuerdings durchsetzende fruchtbare Initiative, deren gunstige Wirkungen erst die, später oci Jajhre zeigen werden. Eine große Anzahl von weiteren Projekten befindet sich noch im Verhandlungsstadium und unter der Voraussetzung, daß ihre Durchführung gelingt, wird ein Ergebnis erreichst werden, das in seinem; wirtschaftlichen Nutzeffekt in doppeltem Sinne wichtig ist: Einerseits werden