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Palästina · 1934-11-01 · Heft 11 (November 1934) · p. Seite 450

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 11 (November 1934)
Article
Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen
Date
1934-11-01
Page
Seite 450 (sequence 2)
Language
German
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Weltwirtschaft ein Darniederliegen der Beschäftigung, bei zugleich fortschreitendem Schrumpfen des Einkommens, hier eine fortgesetzte Einschaltung neuer Arbeitskraft im Produktionsprozeß, eine vor sich gehende Durchkapitalisierung <les Binnenmarktes, unter gleichzeitig sich vollziehenden günstigen Umschichtungen in den Strukturen von Einkommen und Lebensstandard. Während in der übrigen Welt die öffentliche Finanzwirtschaft unter den schweren Lasten, die ihr die jahrelange Krise aufgebürdet hat, stark leidet, befinden sich hier die öffentlichen Finanzen in einem glänzenden Zustand und weisen wachsende Ueberschüsse auf. Auch hierzu einige Ziffern zur Illustration: Für 1933/34 ergab sich ein Ueberschuß des Schatzamtes in Höhe von rund 2,8 Mill. pal. Pfund, gegen 1,2 Mill. pal. Pfund im Vorjahr. Die Akkumulation des Ueberschusses hat sich in den letzten Monaten in noch stärkerem Maße fortgesetzt und zum 31. Juli d. J. ergab sijch ein Gesamtstand voft nunmehr rund 3,2 Mill. pal. Pfund. Dieser Ueberschuß wurde erzielt trotz der den arabischen Fellachen zugute kommenden Steuersenkungen und Steueraufhebungen auf dem Gebiete der Landwirtschaft und trotz vermehrter Ausgaben dank der erhöhten jüdischen Wirtschaftsaktivität. Gerade dieses Jahr bringt noch ein weiteres erfreuliches Symptom in der Wirtschaffcsentwicklung: In vielen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten finden wir eine unter großer Dürre leidende Agrarwirtschaft, die zudem durch die jahrelange Krise stark erschüttert ist, hier im Lande just heuer dank der günstigen klimatischen Verhältnisse eine sichtliche Aufholung der Agrarwirtschaft und befriedigende, teilweise sogar sehr gute Ernteergebnisse. Und dennoch, hüten wir uns vor eijaer überschwenglichen Beurteilung der gegenwärtigen Wirtschaftssituation, lassen wir uns nicht allein durch die hellen Konturen des gesamten Wirtschaftsbildes blenden, blicken wir aufmerksamer und beobachten wir die Schatten, die den bemerkenswerten Wirtschaftsaufstieg verdunkeln und die in der gesteigerten Aufwärtsentwicklung unerfreuliche Dissonanzen hervorrufen. Hand in Hajnd mi,t dem Wirtschaftsfortschritt entfaltete sich eine Bodenu n d B a u s p e k u 1 a t i o n, die Formen lannahm, die bedenklich erscheinen. Sie überschlägt sich in ihrer wilden Jagd nach Profiten, überwuchert sich in einem solchen Tempo, daß an manchen Stellen des Wirtschafts auf baues empfindliche Störungen entstehen. Wohin wir auch' blicken, überall streckt sie ihre Fang arme aus und schafft zusätzliche Schwierigkeiten dort, wo solche ohnehin in ausreichendem Maße bestehen. Sie greift über von Stadt zu Land, übersteigert die Preise und zerrüttet damit die kalkulationsmäßig gegebenen Rentabilitätsgrundlagen. Hierdurch werden vor allem dem jüdischen Kolonisationswerk Lasten aufgebürdet, deren Schwere es in diesem Jahre so fühlbar zu spüren bekam. Die uferlose Bodenspekulation läßt sich durch nichts deutlicher illustrieren, als durch die Tatsache, daß von dem Gesamtboden, der von den Juden innerhalb der letzten vier Jahre 1930 bis 1933 erworben wurde (245.600 Dunam) nicht weniger als rund 62<>/o (151.700 Dunum) allein aus Bodentransajktionen von Juden an Juden bestand. Was dabei so schwer ins Gewicht fällt, ist nicht allein der Umstand, daß unter Albzug der zwischenjüdischen Bodentransaktionen nur ein eigentlicher Bodenerwerb von lediglich 93.900 Dunam verbleibt, sondern daß es sich bei diesen Bodengeschäften von Juden an Juden in einer großen Reihe von Fällen nicht um einmalige, sondern um mehrmalige Transaktionen handelte, die Zwi&chencharakter trugen und ihrer

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