Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Viehzüchterische Zeitfragen
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 421 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Ankaufspreis von 55 pal. Pfd. und einem Müchertrag von 3300 Liter ein Ueberschuß von 3,667 pal. Pfund bleibt, während bei einer ebenfalls intensiv gefütterten Araberkuh, die 14 pal. Pfund kostete und 1500 Liter Milchertrag brachte, ein Defizit von 2,34 pal. Pfund errechnet wurde. Diese Zahlen wurden gefunden durch genaue Aufzeichnungen, die er in einer Kwuzah gemacht hat. Als Ergebnis wäre hierbei festzustellen, daß sich die Haltung einer Arjaberkuh inj einer intensiv geführten Milchwirtschaft nicht rentiert, trotzdem der Anschaffungspreis der Damaszenerkuh viermal so hoch ist. Bei europäischem Zuchtvieh mit Durchschnittsproduktionsmengen von 4000 bis 6000 Liter Milch1, würde das Verhältnis für die Araberkuh noch ungünstiger sein. Die Einnahmen aus; Dung und Stroh hat Herr Dr. Schwager aus besonderen Gründen nicht in Anrechnung gebracht, doch kann masn aus den von ihm angegebenem Futterlmengen die aus diesen entstandenen Dungmengen errechnen. Dieselben betragen: bei de:* intensiv gefütterten Araberkuh rund 7000 kg. Man wird wohl nicht fehl gehen, wenn man die Dungproduktion einer extensiv gefütterten Araberkuh auf ungefähr die Hälfte ansetzt. Vergleichsweise seien die Resultate angeführt!, die bei einer 5000 kg schweren schwarz-weißen Niederungskuh bei reiner Stallfütterung in dem Bonn-Poppelsdorf er landwirtschaftlichen Versuchsgut gefunden wurden. Der Versuch ergab eine Dungproduktion inklusive Streu vori 14.600 kg. Also auch hier ein Ertragsergebnis, das annähernd viermal so hoch ist, selbst wenn man die Rentabilität einer Kuh, was natürlich falsch wäre, lediglich von dem Standpunkte der Düngerproduktion aus betrachten wollte. Die Zeiten, in denen der jüdische Bauer, ähnlich wie der genügsame Araber seine Landwirtschaft betreiben konnte, sind endgültig vorüber. Die Frage, ob intensive oder extensive Viehwirtschaft die richtige ist, hängt nicht davon ab, ob einige Jahre Dürre die Erhaltungsmöglichkeit der Tiere erschwert und verteuert, sondern davon, ob für die durch größtmögliche Leistung hervorgebrachten Produkte, also in erster Linie Milch und in zweiter Linie Dünger, auch die genügende Absatzmöglichkeit zu normalen Preisen gewährleistet ist. Und diese Frage ist wohl für das Eriez Jesrael noch auf Jahne hinaus mit einejm rückhaltlosen „Ja" zu beantworten. Auch zu einem anderen Referat aus der Nummer 6/7, S. 289 dieser Zeitschrift, das sich ebenfalls mit einem Artikel aus dem „Boust'nai", und zwar über die Aufzucht der Kühe in den gemischten Wirtschaften beschäftigt, möchte ich Stellung nehmen. Auf Grund meiner langjährigen Beschäftigung mit tierzüchterischen Fragen im allgemeinen und mit den Auswirkungen fremder Klimaten und Lebensbedingungen auf die Akklimationsfähigkeit europäischer Viehrassen im besonderen, und auf Grund meiner in Palästina selbst angestellten Beobachtungen, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daiß die angebliche Nichteignung europäischen Hochzuchtviehs für die Haltung in den Tälern (Emek und Scharonebene) ein Trugschluß ist. Die mit der Einführung dieses Viehs im Emek gemacjiten schlechten Erfahrungen liegen weniger in der angeblichen Nichteignung europäischer Rassen, als in den Fehlern, die bei der Auswahl der in den Emek gebrachten Tiesrle gemacht worden sind. Ich bin überzeugt, daß bei richtiger Auswahl der Tiere sehr bald der Beweis erbracht werden wüjrjde, dajß z. B. das schwarz-weiße Tieflandrind (sogenannte Holländer) sich auch im Emek in Reinzucht gut ein-