Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Ergebnisse und Tendenzen
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 417 (sequence 2)
- Language
- German
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rang den Maisanbau in Palästina zu verbreiten, als Ersatz für die Durrah, scheinen von Erfolg gekrönt. Man erwartet demnächst eine Rekordernte von Mais. Ein sehr fesselndes Problem der palästinensischen Landwirtschaft ist die Expansion des Anbaues von Futtermitteln und ihre Konservierung nach modernen Grundsätzen. Von der Lösung dieser Frage hängt der künftige Aufschwung der Viehzucht und der Milchwirtschaft ab. Im Jahre 1933 hat Palästina für 164.409 pal. Pfund an Schlachtvieh eingeführt. Es sollte sich gewiß erreichen lassen, daß es seinen Bedarf an animalischen Lebensmitteln späterhin selbst produziert. Die Regierung wendet daher der lokalen Erzeugung von Viehfutten viel Interesse zu. In allen Teilen des Landes sind Versuchsiielder hierfür eingerichtet worden. Die Heugewinnung hat bereits große Fortschritte gemacht; die diesjährigen Ernteresultate belaufen sich auf 330 bis 500 kg vom metrischen Dunam (1000 m2). Im Aufbau von Silos für die Konservierung des Futters sind die jüdischen Siedlungen im Emek Jesreel bahnbrechend vorangegangen. Die Regierung bemüht sich, auch die arabischen Bauern vom Nutzen dieser modernen Methoden zu überzeugen — wie sie in ihren offiziellen Nachrichten erklärt, mit zunehmendem Erfolg* So wichtig für weite Gebiete PalästinaSj nämlich für alle Flächen, die keine künstliche Bewässerung genießen, die systematisch zu verbessernde Bodennutzung durch Getreide- und Futtermittelanbau ist, so liegt doch die Entscheidung über Palästinas wirtschaftliche Zukunft darin, in welchem Grade es uns gelingen wird, den Bereich der künstlichen Bewässerung und der intensiven Landwirtschaft auszudehnen. Neben der industriellen und kommerziellen Entwicklung der Städte ist die intensive Agrikultur des ökonomischen Fundament der jüdischen Masseneinwanderung. — und diese ist für uns der beherrschende Gesichtspunkt in allen Palästinafragen überhaupt. Wie können wir den Boden, der sich bereits in jüdischen Händen befindet, oder künftig in jüdische Hände gelangt, noch weit dichter mit Bauernstellen; besetzen, als es im Rahmen der Getreidewirtschaft möglich ist? Drei Wirtschaftszweige stehen hier im Vordergrunde: die Zitruskultur, der sonstige Obstbau sowie die Gemüsekultur. An Bodenflächen, die für den Zitrusanbau geeignet sind, besitzen wir noch eine umfangreiche Reserve. Doch kann es zweifelhaft erscheinen, ob sich gerade jetzt eine weitere Expansion hier lohnt. Das Absatzproblem unseres Orangen- und Grape * Fruit - Exports ist heute ziemlich schwierig, nicht nur infolge zunehmender internationaler Konkurrenz (Neupflanzungen Cyperns, Export-Subventionen Aegyptens), sondern auch, weil in verschiedenen Konsumländern die Tendenz erkennbar ist, den Import von Südfrüchten als eine Art von „Luxus" zu betrachten und ihn devisen- und handelspolitischen Restriktionen zu unterwerfen. Da infolge der einseitigen Meistbegünstigungsklausel das Palästina-; Mandat (gleichmäßig „offene Tür" für alle Völkerbundsmitglieder und U. S. A.) unser Land keine Handhabe zum wirksamen Schutze seiner Exportinteressen besitzt, sind wir insoweit in einer wenig günstigen Position. Man hat berechnet, daß wir in der kommenden Saison 1934/35 etwa sechs Millionen Kisten Orangen und rund 600.000 Kisten Grape-Fruits werden exportieren müssen, und wenn wir die neuesten amtlichen Angaben über den günstigen Stand der Zitruskulturen betrachten, kommen uns jene Zahlen keineswegs übertrieben vor. Erwähnt sei, daß die Schädlingsbekämpfung durch Besprengen und Räuchern