Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Jewish Agency. Von Spectator.
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 416 (sequence 4)
- Language
- German
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gesetzt werden, weil nur dadurch auf die Dauer Platz für neue Einwanderer geschaffen werden kann. Aber zugleich muß man auch, anerkennen, daß die Pflanzer und die sonstigen Wirts ehaftsgruppen ein vitales Interesse an der Aufrechterhaltung ihrer Betriebe haben und diese nicht aus Mangel an Arbeitern einschränken oder einstellen können, zumal damit auch der nationalen Sache kein Dienst geleistet wäre. Und überdies bleibt stets noch zu bedenken, daß die Proklamation eines Boykotts arabischer Arbeit einen stark politischen Beigeschmack hat und auf die Dauer auch sehr unerwünschte politische Wirkungen haben kann. Palästina ist nun einmal ein von zwei Völkern bewohntes Land, in welchem sich die wirtschaftlichen Bezirke nicht streng nach nationalen Gesichtspunkten abgrenzen lassen und das Menschenrechte durch! Arbeit sein Brot zu gewinnen, muß natürlich auch dem arabischen Arbeiter gewahrt werden. Aus all diesen Erwägungen einen richtigen Mittelweg zu finden, ist wohl eine Aufgabe jüdischer Staatskunst und politischen Denkens,, heute aber wird die Parole der jüdischen Arbeit leider vielfach zu einem Element des inner jüdischen Kampfes und zu letiner leeren Demonstration. Im übrigen darf man nicht vergessen, daß diese Frage auch eine ökonomische und soziale Seite hat. Insbesondere im Falle einer Stockung der jetzigen Konjunktur wird es wahrscheinlich zu Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt kommen. Umso wichtiger wäre es, die Vertreter der Arbeitgeber und Aroeitnehmer in Palästina möglichst bald auf lejiner gemeinsamen Plattform zu einigen. Die außenpolitische Kapazität der Jewish Agency hat einen schweren Schlag erlitten durch das Ableben von Dr. Victor Jacobson, des Vertreters der Jewish Agency in Genf und Paris. Victor Jacobson galt schon vor dem Kriege als der beste diplomatische Kopf des Zionismus, vermochte während de&* Krieges durch seine geschickte Handhabung der schwierigen Aufgabe, die zionistischen Interessen auf internationalem Boden zu wahren und hat in der Nachkriegszeit durch seine unermüdliche Ideenreiche und gewinnende politische Arbeit wichtige Positionen für den Zionismus erobert?. Jacobson war in Genf eine populäre Figur, er vermochte mit führenden Staatsmännern Europas ebenso wie mit Publizisten und Beamten die Fühlung aufrecht zu erhalten und immer wieder das Interesse für die zionistische Lösung der Judenfrage zu erwecken Er war ein Repräsentant von jenem kultivierten Typ der Vergangenheit, der in der jüngeren Generation immer seltener wird, Landwirtschaft. 1. Ergebnisse und Tendenzen. Von Dr. I. Adler, Tel-Aviv. Während Nordamerika und breite Zonen der Alten Welt in diesem Jahre von einer schweren Mißernte heimgesucht sind, kann Palästina sich eines Ernte-Ergebnisses rühmen, wie es seine Landwirte schon seit Jahren nichlfa mehr verzeichnen durften. Besonders im Süden unseres Lahdes ist soeben die Ernte des Wintergetreides ausgezeichnet verlaufen. Ein angemessenes Preisniveau ist dadurch gesichert worden, daß die Regierung die Erteilujng yon Einfuhrgenehmigungen für Weizen zunächst bis Ende September suspendiert und den Einfuhrzoll für Gerste kürzlich verdreifacht hat. Auch die Sommersaaten befinden sich in vorzüglchier Verfassung. Die Bemühungen der Regie-