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Palästina · 1934-10-01 · Heft 10 (Oktober 1934) · p. Seite 413

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 10 (Oktober 1934)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1934-10-01
Page
Seite 413 (sequence 1)
Language
German
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Rundschau 413 JEWISH AGENCY. Von Spectator. Das wichtigste Problem, das gegenwärtig vor der zionistischen Bewegung steht, ist die Herstellung eines F r i e;d e n s z u s t a n d e s zwischen den Parteien im Innern. Der Zionismus hat seit seiner Entstehung in seinen Organisationsformen die Grundsätze der Demokratie beobachtet, erklärlich schon nach seiner Entstehungszeit, in der die Demokratie das Ideal aller fortschrittlich denkenden Elemente war. Zu Herzls Zeiten war freilich durch die starke Führerpersönlichkeit ein s Gegengewicht gegeben. Aber in der Nachkriegszeit machte der Zionismus alle Stadien der demokratischen Entwicklung mit, insbesondere auch das immer stärkere Vordringen des Partei-Partikularismus auf Kosten des gemeinsamen Ganzen. Diese Entwicklung brachte für viele Demokratien das Ende, im Zionismus aber, der eine freiwillige Bewegung ist, ist ein Uebergang zu einer Autokratie oder Diktatur, der den Parteikampf beenden könnte, schwer denkbar. So muß der Versuch unternommen werden, durch Ausgleich und durch den Appell an das nationale Gewissen aus dem zerrissenen, innerlich zerfallenen Organismus wieder eine festgefügte und aktionsfähige Organisation zu machen. Die Parteigegensätzei haben ihren Höhepunkt durch die Ermordung Arlosoroffs und den sich anschließenden Prozeß erreicht. Nun schien auch die Stinimung der Massen der Bewegung bereits umzuschlagen, der Parteikampf wurde unpopulär. Die Exekutive der Jewish Agency konnte bisher keine wirksamen Schritte zur Befriedung innerhalb und außerhalb Palästinas durcWühren. Aber die Parteien! selbst begannen von Frieden zu reden. Innerhalb der Mittelparteien bildeten sich verschiedene Gruppen und die Idee, einen Allgemeinen Zionismus wieder zum Hauptträger der Bewegung zu machen, gewann an Boden. Denn die Einsicht, daß durch zwei extrem einander entgegengesetzte Flügelparteien, die in einem zionistischen Parlament zusammen die Mehrheit Hätten, jede Entschlußfähigkeit lahmgelegt würde, drängt sich schon auf Grund moderner historischer Beispiele auf. Von dieser Einsicht bis zur Verwirklichung ist aber ein weiter Weg, weil die Flügelparteien ihre eingeschworenen Anhänger haben, die Jugend gleichfalls wie bei allen Völkern zu den Flügeln tendiert und die Mitte, auf der traditionell die größte Verantwortung ruht, numerisch; relativ schwach bleibt. Dennoch ist die innere Bewegung in den Mittelparteien prinzipiell wichtig, weil sie ein Gradmesser der Stimmung ist. Freilich drängt sich dem Beobachter der Eindruck auf, als ob auch die Mittelgruppen vielfach sich nicht von Parteitendenzen mit all ihren Begleiterscheinungen persönlicher und sachlicher Art freihalten könnten. Dazu kommt, daß auf bestimmten Gebieten ganz reale Interessen in die Anschauungskämpfe hineinführen, so z. B. die Beziehungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Palästina. In der Oeffentlichkeit wurden die internen Fragen der Bewegung mehrfach diskutiert. Anstoß dazu gab zunächst eine Kundgebung der Revisionisten, die nach Freispruch der beiden Angeklagten im Arlosoroff-Mordprozeß sich zu Verhandlungen mit der Arbeiterpartei bereit erklärten, jedoch in einer Form, die der Arbeiterpartei ein Eingehen darauf ujnmöglich machten, weil

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