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Palästina · 1934-10-01 · Heft 10 (Oktober 1934) · p. Seite 412

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 10 (Oktober 1934)
Article
Das Wohnungsbauproblem in Palästina
Date
1934-10-01
Page
Seite 412 (sequence 12)
Language
German
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keine Häuser oder Wohnungen zur Verfügung stehen, und die daher gezwungen sind, als Untermieter in vermieteten Räumen zu leben. Wir glauben, daß die Regierung erwägen sollte, staatliches Land in städtischen Regionen oder deren. Nachbarschaft zu angemessenen Preisen den Stadtgemeinden und Baugesellschaften zur Errichtung solcher zu überlassen". Die von den für die Errichtung von Arbeitersiedlungen zuständigen Stellen eingereichten Vorschläge können kaum wirksamer unterstützt werden, als durch diese offizielle Empfehlung an die Regierung, die das gleiche Ziel vor; Augen hat. 5. Finanzierungsfragen sind nicht in diese Untersuchung aufgenommen worden. Es mag hier nur darauf hingewiesen werden, daß durch die große Kapitaleinwanderung der letzten Jahre auch auf dem Hypothekenmarkt sehr viel anlagewilliges Kapital vorhanden ist, das jederzeit als kurzfristiges Hypothekengeld zu den üblichen Bedingungen (7x/2—9o/0 Verzinsung, Beleihung bis zu 60 o/o des Bauwertes) zur Verfügung steht. Das langfristige Hypothekengeschäft ist in den Händen von Hypothekenbanken und Darlehensgenossenschaften, die aber der Nachfrage nach dieser Art Küedit nicht entsprechen können. Der Ausfall bei den Hypothekenbanken war bisher erstaunlich gering, was allerdings nicht zuletzt auf die ununterbrochene Wertsteigerung der Immobilien in den letzten Jahren beruht. Für den privaten Hypothekenbankier, der nicht über die Routine und Erfahrung der Banken verfügt, ist die Beteiligung an der Hypothekenfinanzierung schwieriger, nachdem eine Reihe von Fragen, wie die Bewertung der Objekte, Kontrolle der Hypothekenschuldner Und ihrer Verhältnisse, noch nicht befriedigend gelöst sind. Die außergewöhnliche Bedeutung des Faktors „Einwanderung" für die Gestaltung des Risikos auf dem Baumarkt wird die private Baufinanzierung für absehbare Zeit noch etwas unter dem Gesichtspunkt restloser Sicherheit problematisch erscheinen lassen. Hinsichtlich der Beschaffung von Hypothekarkredit für billige Einfamilien- und Siedlungshäuser der weniger bemittelten Schichten und der damit gemachten Erfahrungen darf auf die günstigen Erfahrungen der P. E. C. und anderer Stellen bei der Durchführung von Bauprojekten verwiesen werden. Ein ausschlaggebender Gesichtspunkt für die Beteiligung lie,gt hier in der Möglichkeit, die Mietpreise zu beeinflussen;, sei es durch direkte Beteiligung an den Bauten, sei es durch Kreditgewährung, resp. indirekte Förderung der Bautätigkeit. Auch eine Beteiligung der Regierung ist hier durchaus in Betrachte zu ziehen und geeignete Schritte dafür vorzubereiten«. 6. Als Maßnahme gegen die unkontrollierte Bewegung auf dem Bodenmarkt und die spekulativen Auswüchse beim Bodenkauf ist bei der Regierung der Erlaß eines Gesetzes zur Besteuerung des Wertzuwachses zu veranlassen* Eine solche Besteuerung, die dem Käufer billigen Bodens zwar einen anger messenen Gewinn läßt, um ihn für seine Initiative zu entschädigen, verhindertj durch die Besteuerung des darüber hinausgehenden Wertzuwachses;, daß sich Spekulanten des Bodens bemächtigen und ihn solange dem freien Markt entziehen, bis die Interessenten bereit sind, die inzwischen maßlos erhöhten Preijsle zu bewilligen. Die Wertzuwachsbesteuerung ist in zahlreichen Ländern mit gutem Erfolg durchgeführt worden.

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