Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Bewässerung - das Hauptproblem Palästinas
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 400 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379916-2379923-2401985--18350-2402238- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die in Betracht (gezogenen Gebiete, so ergibt sieh eine Regenmenge von 11.133,000.000 Kubikmeter, was bei einem durchschnittlichen Abflußkoeffizienten von 25o/0 eine Oberflächeiiwassermenge von rund 2;780,000.000 Kubikmeter ergeben würde, was mit der obigen Zahl übereinstimmt. D. h. die nutzbare O ber flächen wasser menge ist ungefähr viermal so groß, wie die maximale Grti nd w asse r me n ge und würde ausreichen, um rund 3,500.000 Dunam genügend zu bewässern, das sind rund 6O0/0 der jetzt bebauten Kulturflä che von ganz Palästina. Hiebei würde die Fläche zum größten Teil mit natürlichen Gefällen bewässert werden können, während der Rest auf Höhen zu pumpen wäre,, die viel geringer - sind, als die gewöhnlichen RohrbrunnenMef en, wobei die ganze Wasserversorgung oberflächlich, zugänglich und stets kontrollierbar wäre. Da die Verdunstung in den übrigen ungefähr 60—70 0/0 des jährlichen Niederschlages ausmachenden Wasserinengen, welche den sogenannten inneren Kreiör lauf durchmachen, reichlich enthalten ist, so ist die errechnete Menge, immier noch als erste Annäherung betrachtet, als Richüfcije für die Beurteilung des Bewässerungsproblems wohl zu gebrauchen. Wie viel von dieser Wassermenge direkt den fließenden Gewässern entnommen und wie viel durch Sammelweiher gewonnen werden könnte, um es der Bewässerung zuzuführen, muß einer detaillierten Erhebung durch eingehende Studien am Terrain selbst vorbehalten werden;. Wenn wir jedoch in Betracht ziehen, daß das Gesamtdebit des Jordan im Laufe eines Jahres etwa 450 Millionen Kubikm|eter ausmacht, das des Jarkon ungefähr 30Ö.000, so kann man ungefähr annehmen, daß mindestens eine Milliarde Kubikmeter in Stauweihern zu sammeln möglich wäre, wahrscheinlich aber 1,5 Milliarden, wenn man in Betracht zieht5 daß man in beschränkten Stauweihergebieten ohne weiters mit viel größeren Abflußkoeffizienten rechnen kann. Daß diese Art der Bewässerung auch für Palästina die weitaus rentablere darstellt, habe ich an einigen Beispielen berechnet. Sie ermöglicht jedoch vor allem, mit unseren Siedlungen in Gegenden zu gehen, die von Natur aus regenarm sind und auch geringere und nur ins größeren Tiefen zu erbohrende Grundwasser- und Druckwassermengen vermuten lassen, da sie unabhängig ist von diesen lokalen Wasserverhältnissen. Die dadurch notwendig werdenden, oft ziemlich langen Hauptzuleitungskanäle, machen sich bei zentralen Anlagen von bestimmter Ausdehnung sehr gut bezahlt. Im Verein mit den geringen Kosten der Bodenerwerbung in diesen Gebieten, ermöglichen sie eine sehr rentable Kolonisation, die in erster Reihe auch den breiten Massen zugänglich gemacht werden kann. Die Bewässerung ermöglicht so eine Massenimigration und Massensiedlung in der Urproduktion, welche allein eine gesunde Grundlage für jede jüdischlej Kolonisation in Palästina werden kann. Aus den vorstehenden Ausführungen kann man ersehen, und ich bin hievon zu tiefst überzeugt, daß die künftige jüdische Kolonisation, wenn sie bedeutungsvoll werden soll, sich nur in diesen neuen Bahnen bewegen darf und daß wir hoffen dürfen, nach Erforschung aller einschlägigen Verhältnisse in eine neue Periode der jüdischen Siedlungsarbeit zu gelangen, die die große kolonisatorische Tat der Juden zu werden verspricht.