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Palästina · 1934-10-01 · Heft 10 (Oktober 1934) · p. Seite 394

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 10 (Oktober 1934)
Article
Bewässerung - das Hauptproblem Palästinas
Date
1934-10-01
Page
Seite 394 (sequence 2)
Language
German
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methoden, völlig neue Ausblicke, welche ganz neue Landstriche in den Bereich der jüdischen Kolonisation einbeziehen, welche bis nun als für diesen Zweck ungeeignet angesehen wurden, da das „Wasserproblem schwer zu lösen ist", wie die stereotype Wendung lautet, die man in sonst sehr ernsten Büchern der reichen Palästinaliteratur findet und in vielen Berichten und Aufsätzen, die in die Öffentlichkeit gelangt sind. Durch die Anwendung dieser neuen, anderswo bereits längst eingebürgerten; und erprobten Methoden, ist, ich möchte fast sagen, eine sichere Möglichkeit geboten, den aufgestellten Satz, eine landwirtschaftliche Bevölkerung von einer Million Seelen in absehbarer Zeit in Palästina zu schaffen, zu realisieren. Die erste Voraussetzung ist jedoch, wie erwähnt, eine gesunde, naturgemäße, dem Lande angepaßte und den wirtschaftlichen Verhältnissen der draußen Harrenden entsprechende Bewässerungswirtschaft. Und so sind wir in das Zentrum des Problems gelangt. Die Frage einer rationellen Bewässerungsweise umfaßt zwei Komplexe: 1. die Frage der Bewässerungssysteme, d. h. die Frage ob Grundwasser, Oberflächenwasser oder Sammelwasser, oder Kombinationen dieser Arten der Wassergewinnung für Bewässerungszwecke in Frage kommen, und 2. die Frage der wirtschaftlichen Verwendung der für die Bewässerung bestimmter Flächen zur Verfügung stehenden Wassermengen, ohne Rücksicht auf ihre Gewinnungsart; rationeller Verbrauch der Bewässerungsmengen, Bewässerungsmethoden, welche auf der Meliorationsfläche selbst zur Anwendung kommen sollen, d. h. die Einriditujnjgen auf der zu bewässerndem Fläche selbst. Mit Rücksicht darauf, daß schon die Behandlung der ersten Frage den Rah}- men eines Aufsatzes bei weitem überstei,gt, werde ich mich darauf beschränken, die Verhältnisse sofern sie die Bewässerungsart betreffen, die für das Land in Frage kommt, zu beleuchten, wobei mir die im Laiiide selbst vor kurzem gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse eine gewisse Sicherheit in den zu fol-* geraden Schlüssen gewähren. Es ist fast überall bekannt, daß man unter Bewässerung in Palästina heute schlechtwegs Brunne in jbohrungen versteht. Seit vielen Jahren, besonders seitdem der Frage der Bewässerung in Palästina steigende Bedeutung zuzumessen begonnen wurde und die Anlage von Orangenpflanzungen, die sich in erster Reihe auf Bewässerung gründen müssen, eine ungeahnte Ausdehnung erfahren hat, begegnet man in Palästina fast all-i gemein der Auffassung, daß die Bewässerung eigentlich bloß durch Erbohrung von Grund- und artesischem Wasser gut möglich ist, insbesondere in Gegenr den, wo es keine reichhaltigen ständig fließenden Quellen oder Flüsse und Bäche, also Oberflächenwasser gibt. Die wenig zahlreichen Bewässerungsanlagen, welche Quellwasser oder gar Seewasser nützen (Hule), die vereinzelten unserer kooperativen Kolonien (Dagania, Kineret, Bet ''Sera), welche das Bewässerungswasser aus dem Jordan schöpfen, die wenigen am Audscha (Jarkon), welche Rutenberg auf Grund seiner Konzession errichten mußte, und die alle insgesamt eijnige wenige Taun sende Dunam bewässern, verschwinden gegenüber der schon jetzt respektablen Zahl der Brunnenbewässerung, für mehr als 130.000 Dunam (wobei ich bloß die jüdische.! Siedlungen in Betracht ziehe).

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