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Palästina · 1934-08-01 · Heft 8-9 (August 1934) · p. Seite 390

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 8-9 (August 1934)
Article
[Rezension]
Date
1934-08-01
Page
Seite 390 (sequence 1)
Language
German
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390 BESPRECHUNGEN. Das Steuerwesen Palästinas, von Dr. A. Grianovsky. Herausgegeben von*. Wirtschaftsdepartment der Jewish Agency für Palästina. Jerusalem, 1933,. S. 366. — Unter der Aegide des Wirtschaftsdepartments ist vor einiger Zeit aus der Feder von Dr. A. Granovsky eine umfangreiche Studie über das Steuerwesen Palästinas erschienen. Der Name des Verfassers, eines der besten Kenner der Steuerverhältnisse und insbesondere der Bodenbesteuerung in Palä-» stina bürgt für eine eindringende und objektive Behandlung des Stofffes. Das; Wirtschaftsdepartment der Jewish Agency hat mit dem Buche Granovskys eine erfreuliche Initiative gezeigt, objektive Darstellungen und Untersuchungen den staatswirtschaftlichen Probleme des Landes der Oeffentlichkeit zugänglichl zu .machen. Die Arbeit Granovskys beschäftigt sich, wie schon der Titel besagt, mit der Einnahmenseite der öffentlichen Finanzwirtschaft Palästinas. Sie behandelt zunächst generell die Staatseinnahmen des Lahdes und geht dann zur Untersuchung der einzelnen Steuerarten über, wobei jede einzelne Steuer ihre historische Entwicklung, ihre quantitative Bedeutung und die mit ihrer Erhebung verbundenen steuertechnischen und steuerpolitischen Probleme klaxr und unter Beigabe reichen statistischen Materials dargestellt werden. Einer eingehenden Beachtung werden dann ferner die Fragen der Steuerbelastung; und die Reformen und Pläne für die Umgestaltung des Steuerwesens des Landes unterzogen. Die Behandlung des Stoffes läßt überall die Vertrautheit erkennen, mit der der Verfasser dem Thema gegenübersteht. Eine gute theoretische Schulung, ein an der Praxis geschulter Blick machen den oft spröden; Stoff lebendig und führen anschaulich in die häufig recht komplizierten Fragen des palästinensischen Steuerwesens ein. Natürlich vertritt der Verfasjser mitunter auch Ansichten, die bei einem so kontroversen Gegenstand auch Einwände hervorrufen. So erscheinen die Ausführungen über die Einkommensteuer Seite 327 ff. widerspruchsvoll und stellenweise nicht ganz stichhältig. Es gibt in Palästina heute ein starkes Argument gegen die Einkommensteuer, das zwar ein positives Bekenntnis zu jüdischer Aufbauarbeit voraus^ setzt, dann aber alle anderen Einwände niederzwingt: die Einführung einer Einkommensteuer müßte sich nämlich zunächst als ein starkes Hemmnis gegen den Kapitalzufluß und die Investierungslust auswirken. Die Anhänger einer Einkommensteuer werden dieses Argument solange die Verhältnisse des Landes es gültig lassen, anerkennen. Es ist aber falsch zu erklären, daß das größte Bedenken gegen die Einführung der Einkommensteuer darin liegt, daß das? Substrat für die Besteuerung nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist (S. 327). Allein das fixe Einkommen der Festbesoldeten dürfte in Palästina heute bereitseine siebenstellige Ziffer (in Pfunden) erreichen und ist steuerteehnisch bekanntlich sehr leicht zu erfassen. Aber man soll auch1 das Einkommen der Kaufleute und der freien Berufe nicht unterschätzen. Im übrigen besteht im Lande ja bereits eine Besteuerung des Einkommens aus Kapitalbesitz und aus> landwirtschaftlichem Ertrage, so daß schon aus Gründen der Gerechtigkeit gegenüber den durch diese beiden Steuern (Oscher und Werko) erfaßten Schichten die Argumentation gegen die Einkommensteuer eine empfindliche Schwäche zeigt. Diese Schwäche wird noch fühlbarer und Granovsky betont das> selbst an einer Stelle dadurch, daß die bestehende landwirtschaftliche Er-

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