Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Tauteiche
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 337 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Tauteiche, 337 Der Nestor (der Palästina-Geologie, Prof. Dr. M. Blanekenhorn, Marburg, sendet uns folgende* Zuschrift: Ini der deutschen Zeitung 3,Der Tag", vom 3. August 1934, lese ich einen interessanten Artikel: „Wasser aus Luft", unterschrieben R. R., wahrscheinlich! Rolf Reißmann, der auch bei den (teilweise Viehzucht treibenden) Bewohnern des trockenen Palästina Beachtung verdient. Der Tau ist bekanntlich im Sommer auf dem Hochplateau und Westabfall des Westjordanlands, auch in der Jesreelebene oft genug der Retter der Ernte und könnte sehr wohl auch zur Herrichtung von Viehtränken verwendet werden. Versuche in dieser Hinsicht könnten jedenfalls nichts schaden. Nachstehend der betreffende Artikel Wasser aus Luft. Wandert man in Schleswig-Holstein, so findet man vielfach auf den Marschen merkwürdige Teiche; sie haben keinen Zufluß, sie haben keinen Abfluß, ihr Wasser hält stets denselben Stand, sie sind vom Reg e n w a s s e r nicht abhängig, und selbst in den trockensten Sommern versiegen sie nie. Sie dienen als Tränke für das Vieh und führen stets ein besonders reines und klares Wasser. Diese seltsamen Mulden aber, die oft eine Tiefe von zwei Meter und mehr erreichen, sind — mindestens tausend Jahre alt, ja die kleineren für die Schafhaltung sind ohne Frage bedeutend älter. Man hat sich lange den Kopf über sie zerbrochen, den sie scheinen in der Tat ein physikalisches Rätsel zu sein. Wie ein „Tauteich" entsteht. Das Rätsel wurde erst gelöst, als man feststellte, daß in einigen Gegenden Englands derartige „Tauteiche" heute noch hergestellt werden. Man grub einen holsteinischen Teich aus, das heißt, man entwässerte ihn und legte einen Quergraben hindurch, und es zeigte sich in der Tat, daß, er vor mejhr als pausend Jahren genau in derselben Weise wie die neuen englischen angelegt worden war: nach einem geradezu genialen Prinzip. Zuerst hebt man eine flache Mulde aus in elliptischer Form. Der Boden der Mulde und die Ränder bis kurz unter den obersten Rand werden mit einer dicken Lage Schelf oder Stroh bedeckt, und darüber wird eine Schichte Lehm aufgetragen. Das Wichtigste dabei ist, daß das Stroh vollkommen trocken sein muß, und der Lehm darf auch nur soweit feucht sein, daß er bildsam und in sich gebunden bleibt; er darf nirgendwo bröckeln. Diese absolut bindige Masse wird festgestampft und dann sofort getrocknet, am besten durch leichtes Feuer, das man darüberstreichen läßt. Damit ist der Tauteich fertig, alles andere besorgt die Natur. Die Natur an der Arbeit. Thermodynamisch geschieht nämlich jetzt folgendes: Ton ist kalt, und die Feuchtigkeit der wärmeren Luft schlägt sich während der Nacht als Tai* auf der ausgedehnten kühlen Oberfläche des Tons nieder und rieselt nachl der Mitte. Da die Luft tags einen größeren Feuchtigkeitsgehalt hat als nachts, verdunstet am Tage weniger Feuchtigkeit aus dem Becken, als nachts auf