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Palästina · 1934-08-01 · Heft 8-9 (August 1934) · p. Seite 326

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 8-9 (August 1934)
Article
Mietgesetz, Baubewegung, Baukosten
Date
1934-08-01
Page
Seite 326 (sequence 2)
Language
German
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^e Wohnungszwangswirtschaft während des Krieges mußte im wesentlichen nur zwischen dem Mieter und Vermieter regulierend eingreifen. Eine Gefährdung der Baubewegung war nicht zu befürchten, da es überhaupt keine Balibewegung gab und auch der Eingriff in das freie Wirtschaf tsspiel der Kräfte war wenig bedeutungsvoll, da dieses freie Spiel schon an und für sich dureK den Krieg und die im Zusammienhang damit diirchgeführten gesetzlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen aufgehoben waren. II. Eine vernünftige Zwangsregelung der Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkte in Palästina muß jedoch gerade in der heutigen Situation auf diese beiden letztgenannten Faktoren besonders achten. Das Land befindet sich in einem außerordentlich starken Aufschwung, bei dem die Privatinitiative das Feld fast vollständig beherrscht. Eine Behinderung dieser Privatinitiative durch Zwangsbewirtschaftung gewerblicher und industrieller Räume müßte also so durch geführt werden, daß zwar die Spekulation, nicht aber die Initiative eingeengt wird. Diesem schwierigen Problem hat sich die palästinensische Regierung dadurch entzogen, daß sie gewerbliche und industrielle Räume ganz aus der gesetzlichen Regelung herausgenommen und so diese Frage auch weiterhin -der privaten Lösung überlassen hat. Ebenso wichtig und vielleicht noch wichtiger ist jedoch noch bei dieser Regelung die Frage der Entwicklung des Baumarktes. Nach einer authentischen* Schätzung werden gegenwärtig allein 12.000 jüdische Arbeiter unmittelbar im Baugewerbe beschäftigt. Dazu sind noch ca. 3000 Arbeiter, die in der Baumaterialiienindustrie (Steinerzeugung, Tischlerei, Schlossereiarbeiten etc.) und im Transport von Baumaterialien Beschäftigung finden, zu rechnen, so daß insgesamt 15.000 jüdische Arbeiter und mit ihrem Familienanhang insgesamt 50.000 Juden in ihrer Existenz unmittelbar vom Baumarkt labhängen. Während wir noch Anfang 1933 mit Recht behaupten konnten, daß das wesentliche Merkmal der gesunden Basis der gegenwärtigen Konjunktur der geringe Anteil des Baugeschäftes an der Gesamtwirtschaft sei, müssen wir jetzt feststellen, daß 20o/o des Jischuws vom Baugewerbe leben. Diese Tatsache wird auch noch durch einige andere Zahlen illustriert. Die Entwicklung der Baubewegung im Tel-Aviv in den beiden letzten Jahren zeigt folgendes Bild: 1932 1933 Bauerlaubnisse 1.425 2.290 gebaute Zimmer 3.550 10.714 „ Läden 175 320 „ Quadratmeter 128.000 353.000 Bauinvestition pal. Pfd. 640.000 pal. Pfd. 1,766.000 Im Monatsdurchschnitt wurden also in Tel-Aviv 1933 ohne Berücksichtigung der Baubewegung in Ramath Gan, Bne Brak und anderen jüdischen Vorstädten 30.000 m2 gebaut, Tatsächlich war jedoch die monatliche Baufläche in den ersten Monaten niedriger und stieg bis zum Ende der Bausaisoa 1933 auf ca. 40.000 m2 monatlich an, um in den ersten Monaten 1934 wieder auf ca. 33.000 m2 monatlich zu sinken. Dieser Aufschwung der Baubewegung ist jedoch auch in anderen Städten festzustellen. In Jaffa betrug z. B. die Investition in Bauten im Jahre 1932 248.600 pal. Pfd., was gegen das Vorjahr eine Steigerung um 150 o/o bedeutet.

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