Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Die Zitrus-Industrie in Palästina
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 324 (sequence 10)
- Language
- German
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In Südafrika liegt die Erntesaison um die Jahresmitte. Die Haupfcimporte aus Südafrika erreichen den englischen Markt in den Monaten Juni bis September:, zusammen mit den Lieferungen aus Portugiesisch Ost-Afrika. Die Importe aus Palästina erstrecken sich von Oktober bis April; die beträchtlichen Abladungen im November—Dezember 1932 kamen zu einer Zeit, da die Zufuhren aus den Vereinigten Staaten ungewöhnlich knapp waren. Die oben aufgeführten Daten über Grapefruit sollten in Betracht gezogen werden bei jeder Absicht der Vermehrung der Anbaufläche in Palästina, anderswo als im Jordantale oder dem Nurisgebiet. Schlußfolgerungen. 1. Diejenigen Pflanzer, die a) ihre Pflanzungen mit geborgtem Kapital zu hohen Zinsen entwickeln oder die b) nicht genügend vorsichtig in der Auswahl der Böden, des Pflanzenmaterials usw. waren, die daher auf die Andauer von Phantasiepreisen und einen Nettoertrag von 25 Pfund und mehr je Dunam angewiesen sind; werden ihre Schwierigkeiten haben. 2. Die Palästinaorange kann mit den spanischen konkurrieren, vorausgesetzt, daß sie von besserer Qualität als diese ist; andernfalls wird der Konsument nicht die höheren Preise anlegen wollen, die für die Palästinafrucht gefordert werden müssen. Die Konkurrenz der Vereinigten Staaten und von Italien ist nicht ernst. Die Konkurrenz von Spanien kann überwunden werden, vorausgesetzt, daß a) Sortierung und Packung verbessert wird, b) die Verkaufsmethoden nach dem Auslande geändert werden, c) Propaganda in großem Umfang getrieben wird, d) die Transportmethoden verbessert werden. 3. Bessere Orangen verlangen bessere Kulturmethoden, bessere Kulturmethoden verlangen Forschungen, Forschungen verlangen Fonds. Diese Zusatzfonds müssen gemeinsam von der Regierung und den Pflanzern aufgebracht werden. 4. Organisation ist das Schlüsselwort. Wenn es nicht gelingt, eine Absatzorganisation zu schaffen, der mindestens die große Mehrzahl der jüdischen Kooperativen und Produzenten angeschlossen sind, sind die Aussichten für einen geordneten und nutzbringenden Absatz der wachsenden Ernten während^ einer Maximumsaison von vier Monaten nicht sehr rosig. Bisher ist nur eine Organisation jüdischer Pflanzer geschaffen worden; wird es möglich sein, zu einer Verständigung mit dem nichtjüdischen Teile der Orangenindustrie) zu kommen? Der Erfolg der Zitruskultur in Palästina hängt zu einem sehr beträchtlichen Teile von einer Zusammenarbeit aller Produzenten ab, ohne Unterschied von Rasse und Religion. Sie alle haben dasselbe Interesse, nämlich soviel als möglich für ihre Frucht zu erzielen. Darum sollte es mit einem bißchen guten Willen auf beiden Seiten möglich sein, zu einer Kooperation und Koordination aller an der Zitruskultur interessierten Faktoren zu kommen. 5. Die Regierung muß eine weitschauendere Politik in bezug auf die Verbesserung der Hafen-Lagerungs-, Eisenbahn-, Fruchtkontrolle- und Straßenbedingungen verfolgen. Es müssen sofort Schritte unternommen werden, um die Verladungskais im Hafen von Haifa zuminidest auf die Zahl 12 zu bringen um die Lagerungsmöglichkeiten für Orangen während der Verschiffungssaison auf wenigstens 300.000 Kisten sowohl im Hafen von Jaffa, als in dem Hafen; von Haifa zu erhöhen; um den Hafen von Jaffa so auszubauen, daß er während der nächsten zwei Jahre wenigstens 4—5 Millionen Kisten verschiffen kann